Die Burgoberbacher Pfarrkirche St. Nikolaus im Abendlicht. Foto: © Michael Alban

 

BURGOBERBACH (an) – Die Katholiken in Burgoberbach (Landkreis Ansbach) haben jetzt anlässlich des Patroziniums der Pfarrkirche St. Nikolaus den 60. Jahrestag der Kirchenweihe nach dem Neubau 1958 gefeiert. Dazu hielt Pfarrer Johann Reicherzer einen Festgottesdienst, der auch von den Ortsvereinen und dem Chor Quer Beet mitgestaltet wurde.

Auch die Vereine waren eingeladen und beteiligten sich mit Fürbitten bei der Gestaltung des Festgottesdienstes. Foto: © Michael Alban 

Im Anschluss an die Messe konnten sich die Gottesdienstbesucher an einer vom Pfarrgemeinderat zusammen gestalteten und bebilderten Infowand über den Bau der Kirche vor sechs Jahrzehnten informieren. Die erste urkundliche Erwähnung einer dem Heiligen Nikolaus geweihten Kirche stammt aus dem Jahre 1362. Um 1764 wurde das Gotteshaus nach Plänen von Gabriel de Gabrieli auf eine Länge von 15 Metern und eine Breite von 12 Metern vergrößert. Der Glockenturm erhielt seine heutige Höhe von 33 Metern. 1884 erfolgte eine Renovierung des Innenraumes, 1933 eine Renovierung des Mauerwerks.

Die Pfarrkirche St. Nikolaus in Burgoberbach und das Pfarrhaus. Foto: © Michael Alban

Ab 1956 gab es in der katholischen Pfarrei St. Nikolaus unter Leitung von Pfarrer Willibald Stufler und in der damaligen politischen Gemeinde Burgoberbach parallel Überlegungen zum Neubau eines Schulhauses und der Pfarrkirche. Beide Gebäude platzten seinerzeit aus den Nähten. Die Kirchenstiftung konnte so das alte, neben der Pfarrkirche gelegene Schulhaus mitsamt Nebengebäuden erwerben. Nach umfangreichen Vorplanungen erfolgte am 29. Januar 1957 der Abriß der alten Kirche. Erhalten blieb nur der Altarraum und der Glockenturm. Kurz darauf wurde auch das alte Schulhaus abgerissen. Am 18. Mai fand die Glockenweihe statt. Die historische, 9 Zentner schwere Glocke „St. Nikolaus“ wurde als „Wetterglocke“ weitergenutzt. Neu hinzu kamen die „Heiligste Dreifaltigkeit“ (20 Zentner), die „Heilige Gottesmutter“ (8 Zentner) und der „Heilige Willibald“ (6 Zentner). Richtfest wurde am 11. Juli 1957 gefeiert.

Pfarrer Johann Reicherzer zelebrierte einen Festgottesdienst. In seiner Predigt mahnte er den Zusammenhalt der Gläubigen angesichts der Tatsache an, dass das ehemals mehrheitlich katholische Burgoberbach immer weniger Katholiken zählt. Foto: © Michael Alban

Nach einer Bauzeit von rund sieben Monaten war das Gotteshaus dann fertig gestellt. Die offizielle Weihe erfolgte am 22. Juni 1958 durch den Eichstätter Bischof Joseph Schröffer. Auf den großen Festtag hatten sich die Gläubigen (Burgoberbach zählte um diese Zeit – vor der Gemeindegebietsreform – bei gut 1.250 Einwohnern rund 1.150 Katholiken) mit einer religiösen Woche vorbereitet. Der Neubau der Pfarrkirche St. Nikolaus kostete rund 400.000 DM, davon übernahm das Bistum Eichstätt rund 205.000 DM. Die restliche Summe wurde durch Geld- und Sachspenden sowie Eigenleistungen bei Bau aufgebracht. In zeitgenössischen Dokumenten werden ausdrücklich auch Geld- und Sachspenden von evangelischen Mitbürgern verzeichnet.

An einer Infowand gab es unter anderem Bilder aus sechs Jahrzehnten Kirchengeschichte. Foto: © Michael Alban

Im Zuge des Neubaus wurde unter anderem auch die markante Christusstatue über dem Portal angebracht. Das 3,4 Meter hohe und rund 100 Zentner schwere Kunstwerk wurde von einem Würzburger Bildhauer namens Bausenwein gestaltet. Im Zuge des Neubaus der Kirche wurde zudem das Kriegerdenkmal an den jetzigen Platz an der Nordseite des Gotteshauses verlegt. Auch konnte seinerzeit die Ansbacher Straße im Bereich der Kirche durch den längsgestellten Neubau verbreitert und ein Gehweg angelegt werden.

 

Neben der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Simone Kiss gratulierte auch Bürgermeister Gerhard Rammler Pfarrer Johann Reicherzer zum Kirchenjubiläum. Zudem übergab er einen Spendenscheck der Kommune. Foto: © Michael Alban