Die Landfrauen des BBV im Bezirk Mittelfranken hatten jetzt zu einem Politikergespräch eingeladen. Foto: © Michael Alban, FO

 

BURGHAUSEN bei Windelbach (an) – Am Sonntag, den 14. Oktober sind die Wähler im Freistaat wieder aufgerufen, ihre Stimme bei der Landtagswahl und der Bezirkstagswahl abzugeben. Viele Interessengruppen und Verbände machen deshalb derzeit auch in der Region bei den amtierenden Politikern und den Kandidaten Werbung in eigener Sache – Ziel ist es, diese für bestimmte Themen zu sensibilisieren, die in der nächsten Legislaturperiode bei den Abgeordneten und Bezirksräten stärker in den Fokus rücken sollen. So hatten jetzt die Landfrauen im Bezirk Mittelfranken des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) jetzt zu einer Gesprächsrunde in den Windelsbacher Ortsteil Burghausen eingeladen, um Kandidaten ihre speziellen Anliegen nahe bringen zu können.

Erscheinen waren (von links) der Bezirkstagskandidat der Freien Wähler, Hans Henninger sowie die beiden CSU-Politiker Andreas Schalk, MdL und Alfons Brandt. Foto: © Michael Alban, FO

Als amtierender CSU-Landtagsabgeordneter war der Ansbacher Andreas Schalk, MdL erschienen, ebenso sein Parteifreund und Landtagslistenkandidat Alfons Brandl, Bürgermeister in Herrieden. Als Vertreter der Freien Wähler hatte sich der Bezirkstagskandidat und Bürgermeister von Flachslanden, Hans Henninger zu dem Termin eingefunden. Nach einer kurzen Besichtigung des Bio-Bauernhofes mit Gastwirtschaft von Gastgeberin Erna Korn folgte die offizielle Begrüssung durch die Bezirksbäuerin Christine Reitelshöfer. Sie und ihr Führungsteam hätten bewusst zu einem Termin „vor Ort“ eingeladen, um mit den Politikern über die besonderen Anliegen der Landfrauen zu sprechen.

 

In gemütlicher Runde wurden auch nicht ganz so gemütliche Themen, wie die Einbrüche von militanten Tierschützern etwa in Kuhställe angesprochen. Foto: © Michael Alban, FO

Diese setzten sich gerade im ländlich geprägten Westmittelfranken für die verschiedensten Belange ein, die mit dem Themenfeld Landwirtschaft, aber auch Hauswirtschaft verbunden seien. Speziell für die Landtagswahl 2018 hätten die Landfrauen im BBV eine Liste mit Wünschen, Forderungen und Anregungen formuliert, erläuterte Christine Reitelshöfer den drei männlichen Gästen bei dem Termin. Eine der wichtigsten Forderungen sei die nach einem eigenständigen Unterrichtsfach „Alltagskompetenz und Lebensökonomie“ – über alle Schularten und Klassenstufen hinweg. Ziel solle es sein, die Schüler zum „mündigen Verbraucher“ zu erziehen.

 

Bezirksbäuerin Christine Reitelshöfer (links im Bild) brachte den Land- und Bezirkstagskandidaten die Forderungen der bayerischen Landfrauen nahe. Foto: © Michael Alban, FO

Weitere Forderungen seien:

die Vermittlung von haus- und landwirtschaftlichem Verständnis in Lehreraus- und fortbildungen sowie einen verpflichtenden Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes alle fünf Jahre und die Einbindung externer Fachkräfte in den Unterricht 

die Weiterführung, die finanzielle Aufstockung und die Ausweitung des Projekts „Landfrauen machen Schule“ 

die Stärkung der Pflege im ländlichen Raum 

die Sicherstellung der wohnortnahen medizinischen Versorgung im ländlichen Raum 

die Unterstützung der Hebammen durch die Einrichtung eines Gesundheitsfonds und die Einstufung der Geburtshilfe als Teil der Daseinsvorsorge

die Verkürzung der Wartezeit durch die Ausweitung des Angebotes bei Mütterkuren

die Neuauflage einer Bäuerinnenstudie

die Novellierung des Erwachsenenbildungsförderungsgesetzes 

und die Einführung von Bildungsschecks auch für Bauernfamilien.

Im Gespräch mit den drei Kandidaten wurden aber auch einige andere Themen besprochen, die den Landfrauen, aber auch generell der Landwirtschaft auf der Seele drückten. Unter anderem ging es dabei um das mitunter schlechte Bild der Bauern als „Tierquäler“ in Teilen der Bevölkerung. Hier seien etwa militante Tierschützer ein Problem, die bei Einbrüchen etwa in einen Kuhstall Videokameras installierten, um vermeintliche Missstände bei der Tierhaltung aufzudecken. Auch das teils verstaubte romantische Bild der Landwirtschaft mit kleinen familiengeführten Betrieben sei ein Problem, hieß es. Hierdurch würde beim Verbraucher ein falsches Bild erzeugt, was letztlich auch zu Problemen und Missverständnissen führen könne. Eine wirtschaftlich sinnvolle Betriebsführung sehe heutzutage einfach nicht mehr so aus, wie noch vor 50 Jahren.