„Radfahrer Willkommen“ – Die Stadt Gunzenhausen wird im Herbst von der AGFK Bayern als „fahrradfreundlichen Kommune“ ausgezeichnet. Foto: © Michael Alban, FO

 

GUNZENHAUSEN (pm/an) – Die Stadt Gunzenhausen kann im Herbst als „fahrradfreundliche Stadt in Bayern“ ausgezeichnet werden. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine Kommission aus Vertreterinnen und Vertretern des bayerischen Landtages, der Verkehrswacht, der Polizei, des ADFC Bayern, des Ministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr und der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern e.V.) im Rahmen einer so genannten „Hauptbereisung“ der Gunzenhäuser Innenstadt.

Mit Bürgermeister Karl-Heinz Fitz voran (vorne rechts) startete jetzt die Hauptbereisung der Gunzenhäuser Innenstadt durch eine Kommission der AGFK Bayern unter Vorsitz von MdL Markus Ganserer (vorne Mitte) , Foto: © Michael Alban, FO

Dabei wurde unter anderem überprüft, ob die Stadt die bei einer vorhergehenden „Vorbereisung“ von der AGFK gestellten Hausaufgaben gemacht hat. Anhand strenger Prüfungskriterien der AGFK Bayern bewertete die Kommission die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Gunzenhausen –  immerhin ein Gründungsmitglied der AGFK Bayern. Die Auszeichnung hat dann 7 Jahre Bestand. Neben der Anerkennung der bisherigen Leistungen dient sie so auch als Ansporn, sich weiter für den Radverkehr zu engagieren. Im Haus des Gastes der Stadt wurde zunächst aufgezeigt, welche Maßnahmen seit der Vorprüfung im Jahr 2015 durchgeführt wurden und wie die Kriterien des Vereins erfüllt werden. Anschließend begutachtete die Kommission bei einer Fahrradexkursion in der Stadt neuralgische Punkte. Bei bestem Radler-Wetter überprüften die Expertinnen und Experten, ob die Hausaufgaben erledigt oder zuverlässig auf den Weg gebracht wurden – und waren zufrieden.

Eine Station während der rund 7,2 Kilometer langen Hauptbereisung waren die Fahrradboxen in der Waagestraße – diese wurden von der Kommission auch auf ihre Gebrauchstauglichkeit hin überprüft. Foto: © Michael Alban, FO

Als Ergebnis schlägt die AGFK Bayern deshalb dem Bayerischen Ministerium für Wohnen, Bau und Verkehr vor, der Stadt Gunzenhausen bei der zentralen Auszeichnungsveranstaltung im Herbst den Titel „Fahrradfreundliche Stadt in Bayern“ zu verleihen. Dass das Ergebnis der Bereisung kein Selbstläufer ist, betont auch Sarah Guttenberger, Geschäftsführerin der AGFK Bayern e.V.: „Nach der Vorbereisung hat man einen gewissen Eindruck aus den Kommunen. Die Details, die wir dann in der Hauptbereisung prüfen, gehen aber noch tiefer. Ein Selbstläufer ist eine Bereisung deshalb auch nach einem positiven Eindruck bei den Vorbereisungen niemals. Gunzenhausen hat viel auf den Weg gebracht.“ Sehr positiv bewertete die Kommission, dass in Gunzenhausen Fahrradfreundlichkeit mit Begeisterung gelebt wird. Es fallen auch die Investitionen auf, die in Gunzenhausen für den Radverkehr getätigt werden.

Auch Radfahrer, die eine Panne haben, sind in der „fahrradfreundlichen Kommune“ Gunzenhausen nicht aufgeschmissen: es gibt für den kleinen Notfall auch Reparaturwerkzeug für jedermann zur Nutzung. Foto:  Michael Alban, FO

Dabei liegt Gunzenhausen im Verhältnis zur Einwohnerzahl an der Obergrenze. Auch das konsequente Herangehen an die Maßnahmen sowie die Sensibilität für die Belange der Radler und Fußgänger trugen zum Erfolg bei. „Sehr gut gefielen uns die nichtinvestiven Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit wie z.B. die Neubürgerradtour“, so MdL Markus Ganserer, Vorsitzender der Kommission. Dennoch stehen in Gunzenhausen noch einige Projekte, wie beispielsweise eine einheitliche Beschilderung, zur Realisierung an. Mit Gunzenhausen wird bereits die 14. Kommune des Vereins für die Auszeichnung vorgeschlagen. In der AGFK Bayern haben sich 61 bayerische Kommunen mit insgesamt mehr als 5,2 Millionen Einwohnern mit dem Ziel zusammengeschlossen, gemeinsam den Radverkehr zu fördern, Erfahrungen auszutauschen und Synergieeffekte zu nutzen.

Fahrräder gehören in Gunzenhausen – nicht nur wegen der zahlreichen Touristen – zum Stadtbild. Foto: © Michael Alban, FO

Die AGFK Bayern vertritt die Interessen ihrer Mitglieder im Radverkehrsbereich unter anderem in der Landes- und Bundespolitik und bei kommunalen Spitzenverbänden. Dazu zählen sowohl die Förderung einer radverkehrsfreundlichen Mobilitätskultur als auch der Ausbau von Radrouten und die Erhöhung der Sicherheit für Radfahrerinnen und Radfahrer. Alle Mitglieder werden nach einem einheitlichen Kriterienkatalog auf ihre Fahrradfreundlichkeit geprüft.