Auch eine Mülldeponie kann ihre Reize haben! Foto: © Stefan Horndasch

AURACH (pm) – Um einen unmittelbaren Eindruck von der Deponie „Im Dienstfeld“ zu gewinnen, hat die CSU-Kreistagsfraktion dort eine Besichtigung vorgenommen. Der Abfallbeseitigungsverband (ABV) als Betreiber der Anlage ist ein gemeinsamer Zweckverband von Stadt und Landkreis Ansbach. Er ist insbesondere für die Entsorgung des Restmülls zuständig. Eine Einlagerung des Restmülls findet auf der Deponie seit 2000 nicht mehr statt. Der Müll wird dort nur umgeladen und täglich werden ca. 120 Tonnen Müll zum Müllheizkraftwerk nach Würzburg verbracht. „Wir haben ein sehr gutes System zur Müllvermeidung, zur Schonung von Wertstoffen und zur Beseitigung des dennoch verbleibenden Restmülls in den vergangenen Jahren im Landkreis Ansbach aufgebaut“, zeigte sich Fraktionsvorsitzender Stefan Horndasch überzeugt. Dabei könne dies sicherlich nicht an jeden einzelnen Wunsch angepasst werden, die Bevölkerung sei aber insgesamt mit dem System sehr gut vertraut und nehme die Angebote zur Müllvermeidung gerne an. Er wies darauf hin, dass nach den vorliegenden Zahlen das noch vorhandene Restmüllaufkommen aus der Hausmüllabfuhr im Landkreis Ansbach bei ca. 100 kg pro Einwohner liegt, während in Mittelfranken und bayernweit über 140 kg pro Einwohner erreicht werden. Seit 2009 sei die Restmüllmenge, einschließlich Sperrmüll, von knapp 30.000 t auf knapp 20.000 t im Jahr 2017 zurückgegangen. Gleichzeitig sei zudem positiv zu sehen, dass der Landkreis Ansbach im Jahr 2017 über 14.000 t Bioabfall einer weiteren Verwertung zugeführt hat.

Unter Führung von Landrat Dr. Jürgen Ludwig verschaffte sich jetzt die CSU-Kreistagsfraktion einen detaillierten Überblick über die Deponie „Im Dienstfeld“ in Aurach. Foto: Privat

Landrat Dr. Jürgen Ludwig wies darauf hin, dass das Konzept zur Beseitigung und Verwertung von Abfällen und Wertstoffen im Landkreis Ansbach sehr umfassend sei, wohnortnah und preiswert. Es ist nach seiner Auffassung sehr flexibel und kommt damit den Bedürfnissen vieler Bürger entgegen – ob das Einsparen von Leerungen der schwarzen Tonnen oder die neue AbfallApp für Smartphones. Auch die Deponie im Dienstfeld und die Müllumladestation würden ständig modernisiert. Der Dank gelte hier der Gemeinde Aurach und deren Bürgerinnen und Bürgern für die sehr gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit. Das Betriebsgebäude der Deponie wurde erst vor einigen Jahren erneuert, da langfristig entsprechende Räumlichkeiten erforderlich sind, um die Nachsorge der Deponie zu ermöglichen. Der Müll aus der Vergangenheit liegt dort bis zu einer Höhe von 26 Meter. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes ABV, Martin Rathsam und der technische Leiter Florian Leis haben im Rahmen der Besichtigung die durchgeführten und geplanten Maßnahmen vorgestellt. Dazu gehört beispielsweise die sichere Entsorgung des weiterhin entstehenden Sickerwassers. Dies wird in Leitungen mit einer Länge von 2,5 km gesammelt, welche gewartet werden müssen. Dazu gehört beispielsweise die regelmäßige Spülung, welche aus dem Stollen erfolgt, der unter der gesamten Deponie hindurchführt. Für diese Nachsorge darf durchaus mit Jahrzehnten gerechnet werden. Auch die „provisorische“ Müllumladestation erforderte eine Neubaumaßnahme, so dass jetzt eine zukunftsfähige Infrastruktur an der Deponie vorhanden ist. Um das entstehende Deponiegas mit Unterdruck abzusaugen, sind in der Deponie 118 Gasbrunnen eingebaut, wobei die Verwertung in Blockheizkraftwerken erfolgt.