Fotos: © Michael Vogel

 

 

fränx-online im Gespräch mit:

 

Thorsten Siebenhaar, Jahrgang 1980, hat viele Gesichter und Geschichten.
Einige kennen ihn als ‚Wilden Markgrafen‘ oder Hausmeister, andere als Engel oder Wolf oder Frosch oder … Wirt oder lila-ner oder Kommando Grimm-ler oder …

Das alles ist für Thorsten ganz normal. Er kann und möchte sich nicht festlegen, ob und wenn ja, welche Rolle er gerade spielt. Er ist motiviert, engagiert bisweilen aber auch deprimiert oder sogar düpiert ob der ‚dynamischen‘ Entwicklungen in seiner Heimatstadt. Er liebt sein Ansbach – er ist gerne Ansbacher, was man ja nicht so oft in dieser Stadt hört.

Nach seinem Abi am Theresiengymnasium, wo er die Leistungskurse Latein und Biologie belegt hatte, folgte erst einmal die Bundeswehr. Ja, Thorsten hat wahrlich gedient. Und zwar beim Zahnarzt in Donauwörth. Das war für ihn ganz interessant, denn ursprünglich wollte er Medizin studieren – oder Grundschullehrer werden – oder Schauspieler – oder …

Den ersten Kontakt mit der professionellen Schauspielerei entstand bei seiner Arbeit in einer Kölner Castingagentur. Dort suchte er für Fernsehserien und Werbespots die passenden Mimen aus und musste so manches Mal beim Vorsprechen als Dialogpartner auf die Bühne. Thorsten hat dabei entdeckt, dass er sich auf der Bühne wohl fühlt und es liebt, in Personen und Situationen zu schlüpfen.
Wollte er nun tatsächlich Schauspieler werden? Seine Oma fand’s toll, seine Eltern rangen noch mit ihrer Begeisterung. Nach mehreren Vorstellungsrunden entschied er, die Schauspielerei als seine große Leidenschaft beizubehalten, aber doch was ‚Gscheites‘ zu studieren. Das tat er in Siegen mit „Medien-Planung, -Entwicklung und -Beratung“ dann auch und wurde schlußendlich „Diplom-Medienwirt“. Ja, Thorsten hat tatsächlich ein Diplom.

Mit dem theoretischen Wissen und der praktischen Umsetzung in Verbindung mit der Schauspielerei ergaben sich schon während des Studiums viele, weite Felder, die Thorsten bearbeiten konnte. Er wechselte bei ‚lila‘ die Seiten und wurde 2004 vom Schauspieler zum Regisseur. Auch für die A-Cappella-Band „Viva Voce“ arbeitete er in dieser Zeit als Regisseur. Mit der Gründung des Theater Ansbach führte ihn dann tatsächlich der Weg doch noch auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Als er 2007 beim ersten Weihnachtsmärchen „Des Kaisers neue Kleider“ auf der Ansbacher Theaterbühne stehen durfte, war er sehr glücklich. Heute noch ist er dem damaligen Intendanten, Jürgen Eick, für diese Chance, und was sich daraus ergeben hat, sehr dankbar. Nach seiner Diplomarbeit über die Theaterneugründung in Ansbach wurde er festes Mitglied des Ansbacher Theaterensembles und durfte in dieser Zeit zwei Stücke als Regisseur verwirklichen, „Small Town Blues“ und „Die Leiden des jungen Werther“. Bis 2015 dauerte sein Engagement am Theater Ansbach.

Aber nur von der Kunst allein kann man nicht leben. Seit 2010 arbeitet Thorsten in der Gastronomie in den Ansbacher Kammerspielen mit Verantwortung für die Kammerkneipe und das Café Max, sowie in den letzten beiden Jahren auch im Saisonbiergarten in Gern am Altmühlüberleiter.

Alles was er anpackt, macht Thorsten mit Leidenschaft und Freude. Bereits 2011 hat er mit Kollegin Katja Schumann die „bühne 11“ gegründet und kurz nach dem Cut am Theater Ansbach entstand ebenfalls zusammen mit Katja Schumann sowie Ulrike und Thomas Koch das Ensemble „Kommando Grimm“. Letzteres begeisterte 2017 mit dem Weihnachtsmärchen „Rotkäppchen“ über 7.600 kleine und größere Besucher in den Kammerspielen. Der Märchenwald lebt weiter, das nächste Weihnachtsmärchen steht fest, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Bis dahin können sich die Ansbacher erst einmal auf das bevorstehende Altstadtfest freuen. Am Stadtfest-Samstag wird es den inzwischen schon traditionellen kabarettistischen Frühschoppen im ‚Kulturgärtla‘ geben, bei dem Thorsten zusammen mit Katja Schumann den Ansbachern wieder einmal die Leviten lesen wird. Und da gibt es für den rastlosen und überaus kritischen Ansbacher wahrlich einiges aufzuarbeiten.

Wir freuen uns schon auf jedes neue Gesicht und jede wahre Geschichte von T7H!