WEIDENBACH (an) – In der Marktgemeinde fand jetzt unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit der offizielle Spatenstich zum Neubau des „Haus der Pflege“ statt. Bis August 2019 sollen dort zentrumsnah 34 Wohneinheiten für pflegebedürftige Menschen entstehen. Die Stiftung Liebenau investiert rund 4,3 Millionen Euro in das Projekt. Das Grundstück stellt dazu die Gemeinde Weidenbach in Erbpacht zur Verfügung, Zuschüsse gibt es unter anderem durch das Deutsche Hilfswerk der Deutschen Fernsehlotterie.

Es bewege sich viel in Weidenbach, konnte Landrat Dr. Jürgen Ludwig anlässlich des Spatenstichs feststellen. Im Fokus stünden dabei aber oft die jungen Menschen, die die Bildungseinrichtungen im Ort besuchten. Dabei dürfte die ortsansässige Bevölkerung aber nicht übersehen werden, diese werde nunmal auch älter. Im Alter sei es aber besonders wichtig für die Menschen, je nach persönlichen Vorlieben, Unterstützungsbedarf und wirtschaftlichen Möglichkeiten eine Auswahl zu haben, wo man seinen Lebensabend verbringt. Hier sei die Politik gefordert, die Weichen richtig zu stellen. Dies sei in Weidenbach in vorbildlicher Weise geschehen, so Dr. Ludwig. Zusammen mit den weiteren geplanten und bereits aktiven Wohn- beziehungsweise Betreuungseinrichtungen könnten die Weidenbacher auch im Alter mitten im Ort bleiben.

Lobende Worte für die Seniorenbetreuung mitten im Ort gab es von Landrat Dr. Jürgen Ludwig. Foto: Michael Alban, FO

Auch Alexander Küßwetter als Vertreter des Bezirkstages lobte das Engagement der Kommune. Diese habe als (Hoch-)Schulstandort und „Leuchtturmeinrichtung in der Region“ sehr viele unterschiedliche Herausforderungen zu meistern. Das betreute Wohnen für hilfsbedürftige Senioren nun sei eine wichtige Ergänzung vor allem für die eigenen Bürger und ein „gewaltiger Schritt“ vorwärts für die Senioren. Die Stiftung Liebenau sei hier der „ideale Partner“, der neben den Pflegeplätzen auch 32 Arbeitsplätze schaffe.

Zahlreiche Bürger hatten sich zum offiziellen Spatenstich versammelt. Foto: Michael Alban, FO

Bürgermeister Gerhard Siegler blickte in seiner Ansprache auf das Zustandekommen der Partnerschaft mit der Stiftung zurück. Hier habe er bereits bei den ersten Vorgesprächen 2015 gemerkt, dass man „auf einer Ebene“ sei. Nach einem intensiven Austausch habe man das Projekt letztlich gemeinsam auf den Weg bringen können. Er selbst sei über die Stiftung Liebenau als Partner „sehr glücklich“. Ein weiteres Projekt neben dem bereits vorhandenen „Bürgerhaus“ sei ein von der Ansbacher Firma Kehrberger geplantes Wohnbauvorhaben in unmittelbarer Nachbarschaft für Menschen ohne Pflegebedarf.

Stefanie Locher von der Stiftung Liebenau dankte Bürgermeister Gerhard Siedler für dessen persönlichen Einsatz für das Projekt. Foto: Michael Alban, FO

Stefanie Locher von der in Meckenbeuren (Oberschwaben) ansässigen gemeinnützigen Stiftung stellte diese als Bauherr und Betreiber der Pflegeeinrichtung kurz vor. Von aktuell rund 7.000 Mitarbeitern würden gegenwärtig gut 20.000 Menschen betreut. Bei den von der Stiftung betriebenen Pflegeeinrichtungen stünde die „kleinräumige und wohnortnahe“ Pflege von Senioren und hilfsbedürftigen Menschen im Vordergrund – nach dem Motto „Leben in Würde und Autonomie“. Bei dem Weidenbecher Projekt würde man erstmals mit der Firma Stein aus Neusitz als Bauunternehmen zusammenarbeiten. Als Betreiber des Pflegeheimes werde die „Liebenau Leben im Alter gemeinnützige GmbH“ fungieren.