In Feuchtwangen wurde jetzt mit dem „Festspielfrühling“ die Jubiläumssaison 2018 eingeläutet. Foto: Michael Alban, FO

FEUCHTWANGEN (an) – Die Feuchtwanger Kreuzgangspiele feiern heuer ihre 70. Theatersaison. Intendant Johannes Kaetzler hat dazu ein wahrhaft würdiges Programm zusammengestellt: das Ensemble wagt sich an „den“ Klassiker des deutschsprachigen Theaters, Goethes „Faust“, erster Teil. Das Jubiläumsjahr sei für die Kreuzgangspiele ein „sehr wichtiges Jahr“, betonte der Intendant bei der Programmvorstellung im Kreise der Fördervereinsmitglieder im Fränkischen Museum.

Zahlreiche Gäste waren der Einladung des Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der Kreuzgangspiele, Herbert Lindörfer (am Pult) zum „Festspielfrühling“ im Fränkischen Museum gefolgt. Foto: Michael Alban, FO

Ihm selber habe Faust in jungen Jahren auch lange nicht wirklich zugesagt, bekundete der Intendant – erst nach einer intensiven Beschäftigung mit dem Stoff sei er zu einem begeisterten Anhänger des ersten Teiles geworden. Dieser weise „gigantische Texte“ auf, was leider auf den zweiten Teil nicht mehr zuträfe. Auch sei die Frage nach dem Bösen in der Welt angesichts der neueren weltpolitischen Entwicklung nach wie vor aktuell, so Kaetzler. Nichts desto trotz sei Johann Wolfgang von Goethes über Jahrzehnte entstandenes Werk ein „gewichtiges Stück, das am Theater nicht einfach zu machen sei“. Insofern beginne in den kommenden Monaten (Premiere für Faust ist am 7. Juni) für ihn als Regisseur und das Ensemble das „Abenteuer Faust“.

Intendant Johannes Kaetzler ist ein großer Fan von Goethes Faust, Teil I – das war ihm bei der Vorstellung des Stückes sichtlich anzumerken. Foto: Michael Alban, FO

Einen Einblick in das Werk und dessen Entstehung, sowie über Leben und Wirken des deutschen Dichterfürsten gewährten neben dem Intendanten die beiden Schauspieler Lisa Ahorn (in der 3. Spielzeit bei den Kreuzgangspielen) und Ulrich Westermann – im 13. Theaterjahr in Feuchtwangen aktiv und „eine Stütze“ des Theaters, so Kaetzler – mit einigen Lesungen. Die Inszenierung als „großes Theaterpanorama“ werde dem Publikum so einige Überraschungen bereiten, verriet Johannes Kaetzler. Dem Publikum werde „viel geboten, eine ganz große Kiste“. Der Kreuzgang biete sich geradezu an für das Bühnenbild einer mittelalterlichen Stadt mit durchscheinender Bühnendeko. Goethe selbst werde – in Gestalt von Ulrich Westermann – durch das Stück geistern, im Ensemble werde es viele bekannte und einige neue Gesichter geben.

Lisa Ahorn („Wie im Himmel“, „Schneewittchen“) und Ulrich Westermann („Faust“, „Wie im Himmel“) stellten die Stücke des Jubiläumsprogramms und deren Verfasser vor. Foto: Michael Alban, FO.

Im zweiten Stück des Jahresprogramms (Premiere am 14. Juni), der Theaterbearbeitung des internationalen Filmerfolges von Kay Pollaks „Wie im Himmel“, sei dann Lisa Ahorn in einer ihrer beiden Rollen zu sehen. Auch hier erhielt das Publikum des Festspielfrühlings einen Einblick in das Stück und das Seelenleben des schwedischen Autors und Regisseurs. Dieser hatte fast 20 Jahre seine Tätigkeit an den Nagel gehängt, nachdem der schwedische Ministerpräsident Olof Palme ermordet worden war. Das „vielversprechende und herzerwärmende Stück“ werde in Feuchtwangen unter der Regie von Achim Conrad als ein „Feuer der Musik“ inszeniert, so der Intendant. Auch Chorsänger aus Feuchtwangen würden mit in das Stück eingebunden werden. Gerade die besondere Beziehung Feuchtwangens zum (Chor-)Gesang habe die Entscheidung für „Wie im Himmel“ für die Jubiläumsspielzeit leicht gemacht.

Als Kinderstück wird es heuer (Ein-Euro-Premiere am 13. Mai) unter der Regie von Cornelius Henne das „Schneewittchen“ der Gebrüder Grimm für Kinder ab 5 Jahren geben. Die traditionellen „Festspiele“ wird es heuer aufgrund von Bauarbeiten nicht im Garten der Mixei-Scheune geben, man sei für 2018 in den idyllischen Garten des Fränkischen Museums umgezogen. Dort werde von der „BühneBumm“ für Kinder ab 3 Jahren „Hase und Igel“, ebenfalls von den Gebrüdern Grimm gespielt. Das Theaterprojekt für Jugendliche und Erwachsene werde sich dort zudem heuer dem Thema „Kafka“ annehmen. Zudem werde es selbstverständlich eine Galaveranstaltung zum Jubiläumsjahr geben, sowie einen „Theaterspaziergang“ und eine Reihe weiterer Veranstaltungen während der Spielzeit.

Herbert Lindörfer machte Werbung für den Förderverein und dankte den Sponsoren des Theaterprogramms. Foto: Michael Alban, FO

Zur Galaveranstaltung hatte der Förderverein 2017 „Lutherpralinés“ beigesteuert, auch heuer werde es wieder etwas Süsses vom Verein geben, versprach der 1. Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Kreuzgangspiele, Herbert Lindörfer. Seitens der Vereins habe man heuer über die die Bezirksvorsitzende der mittelfränkischen Landfrauen, Christine Reitelshöfer zudem 70 Landfrauenchöre aus ganz Bayern eingeladen, das zweite Stück des Programms, „Wie im Himmel“ zu besuchen. Herbert Lindörfer dankte auch den Sponsoren der Kreuzgangspiele, neben der Stadt Feuchtwangen mit ihren Stadtwerken die Vereinigten Sparkassen Stadt und Landkreis Ansbach, die Spielbank Feuchtwangen, die Vereinigte Papierwarenfabriken sowie die Firma REHAU.

Der Förderverein der Kreuzgangspiele Feuchtwangen wurde im Jahre 1982 gegründet und unterstützt das Theater finanziell und ideell. Ziel ist es unter anderem, finanziell schwächeren Theaterfreunden den Besuch der Kreuzgangspiele zu ermögliche. So werden in Kooperation mit den Sozialverbänden pro Jahr 80 bis 100 Karten an bedürftige Menschen verteilt. Unterstützt wird der Förderverein dabei von der Familie Kurz, die als Sponsor tätig ist. Auch wird die Theaterpädagogik unterstützt, mit dem Ziel, junge Menschen an das Theater heranzuführen. Weitere Details zum Jubiläumsprogramm und den Förderverein gibt es im Internet unter www.kreuzgangspiele.de.