Carolin No (Carolin und Andreas Obieglo) begeisterten zum wiederholten Male ihr Ansbacher Stammpublikum in der Kammer. Foto: Michael Alban, FO

ANSBACH (an) – Schon als die beiden als junges Duo – noch vor Beginn der Profikarriere – im Jahre 2008 das erste Mal in der Kammer spielten, begeisterte Carolin No ihr Publikum. Alle Jahre wieder kehren die beiden nun zurück, um ihr mittelfränkisches Stammpublikum immer wieder aufs Neue in ihren Bann zu ziehen. Am vergangenen Wochenende gastierten Caro und Andi nun im Rahmen ihrer Jubiläumstournee „11 years of november“ in der Kammer.

Eigentlich blieb an diesem Abend alles beim Alten: ein ausverkauftes Haus, ein begeistertes Publikum und 2,5 Stunden tolle musikalische Unterhaltung – so weit, so gut. Doch es war auch (fast) alles anders, als sonst: meist als Duo unterwegs, trat Carolin No diesmal mit Band (Christian Kraus und Tilmann Wahle) auf die Bühne, das musikalische Repertoire wurde um einen Flaschenkürbis sowie Bluegrass-Klänge erweitert und es erklang erstmals ein „Kirchenlied“. Man sieht, Carolin No ist immer wieder für die eine oder andere Überraschung gut und versucht  nicht, sich auf den einmal verdienten Lorbeeren auszuruhen oder einer musikalischen Stilrichtung verhaftet zu bleiben.

Denn zum Jubiläumskonzert hatten Caro und Andi einen musikalischen Umgriff „auf das was war, das was ist und das was sein wird“ versprochen – und gehalten. Neben bekannten und beim Publikum beliebten Eigenkompositionen wie „Ehrlich gesagt“, „Hear the silence“, dem „Sick of home Blues“ oder Hans-Jürgen Büchners („Haindling“) „Umso leichda wias ausschaut“ – von Andi  dem neugewählten Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder gewidmet-  konnten die beiden in Würzburg lebenden Ausnahmemusiker ebenso punkten, wie mit der einen oder anderen aktuellen Nummer aus dem letzten Album „You & I“. Einen Ausblick auf das nächste Album „Eine Messe für den Frieden“ gab es mit einem vertonten lateinischen Messgesang – wunderschön vorgetragen von der ehemaligen Gesangslehrerin Caro mit ihrer ebenso zauberhaften wie wandlungsfähigen Stimme.

Nicht fehlen durften bei dem Auftritt natürlich die leisen Momente, in denen die beiden Sänger und Musiker sich eine Kußhand zuwarfen und Andi seiner Caro mit „Mid dia“ ein oberbayerisches – NEIN, nicht polnisch – Liebeslied sang – typisch Carolin No eben, das ist keine gut gemachte Show, die beiden lieben ihre Musik und ihre Auftritte und einander wirklich und das kommt beim Publikum gut rüber. Passend zur Musik gab es auch jetzt wieder eine buntgemischte Leinwandprojektion als Hintergrund. Neben Urlaubsimpressionen aus den USA (dorther stammen so einige Inspirationen) gab es auch bildliche Rückblicke auf vergangenen Konzerte und sogar Einblicke in die eigene Vergangenheit – etwa mit einem Video der Kommunion.

Und wer so frisch und sympathisch auftritt, der kann es sich auch leisten, auf der Bühne mal eben die Batterien des In-Ear-Kopfhörers auszuwechseln – ein guter Grund für ein paar Lacher auf und vor der Bühne. Auch die Eigenwerbung: „wir bräuchten noch ein paar Likes auf unserer Facebookseite“ kann man den beiden – auch als Facebook-Gegner – nicht wirklich übel nehmen. Zumal sie ja selber die Empfehlung gaben, dafür eine Fake-ID anzulegen … Ernst nehmen sollte man auf alle Fälle auch in Ansbach die Einladung zum großen Jubiläumskonzert am 23. Februar 2019 – im Februar 2008 hatten beide noch als Amateure ihre Karriere gestartet – im Würzburger Congress-Zentrum. Dort werden Carolin No bei rund 1.500 Plätzen wohl ihre größte Show abliefern.

Alle Konzerttermine und weitere Infos gibt es unter: www.carolin.no. Und für unsere Fränx-Online Leser eine bunte Bilderschau zum durchklicken und einige „Live-Impressionen“ im Video-Zusammenschnitt (Fotos und Video: © Michael Alban, FO) sowie ein dickes DANKESCHÖN an das Team der Ansbacher Kammerspiele, die Carolin No seit 11 Jahren (und hoffentlich noch viel länger) die Treue halten!