Überholen-Grafik © Michael Vogel

 

 

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen durch  riskante Überholmanöver. Die Ansbacher Staatsanwaltschaft und der  Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Ansbach haben zu einem Pressegespräch eingeladen, um die Verkehrsteilnehmer über die Medien für dieses Thema zu sensibilisieren.

Die Straßenverkehrsordnung fordert vom Kraftfahrer, dass während  des ganzen Überholvorganges jede Behinderung des Gegenverkehrs  ausgeschlossen ist.

Die Rechtsprechung legt dies dahingehend aus,  dass vom Kraftfahrer das Äußerste an Sorgfalt verlangt wird. Jeder  geringste Zweifel am gefahrlosen Überholen muss dazu führen, das  Manöver zu unterlassen.

Überholvorgänge, bei denen es „gerade nochmal gut ging“, können  bereits den Straftatbestand des § 315 c Strafgesetzbuch „Gefährdung  des Straßenverkehrs“ – erfüllen und somit neben einer Strafe zum  Entzug der Fahrerlaubnis führen.

Staatsanwalt Jonas Heinzlmeier von der Ansbacher  Staatsanwaltschaft erläuterte in seinem Vortrag insbesondere den  Straftatbestand des § 315 c StGB in Bezug auf falsches Überholen.

Exemplarisch wurden drei Überholvorgänge – ohne dass es zu einem  Unfall kam – aus den vergangenen Jahren vorgestellt, welche zu einer  Verurteilung wegen Gefährdung des Straßenverkehrs geführt haben.  Dabei gab es Verurteilungen bzw. Strafbefehle mit bis zu 70  Tagessätzen und 12 Monaten Entzug der Fahrerlaubnis.

Verkehrssachbearbeiter Ludwig Hasenmüller führte unter anderem  dazu aus, dass allein im Bereich des Landkreises und der Stadt  Ansbach in den fünf zurückliegenden Jahren sieben Verkehrsteilnehmer  ihr Leben lassen mussten. Daneben gab es bei zahlreichen  Verkehrsunfällen Leicht- und Schwerverletzte. Eine Häufung von  solchen Unfällen beim Überholen gab es auf der B 13 nördlich von  Ansbach.

Immer wieder unterschätzen Kraftfahrer, dass für einen gefahrlosen Überholvorgang in der Regel mehrere hundert Meter Sichtweite  erforderlich sind. Fährt z. B. ein Lkw mit einer Geschwindigkeit von  70 km/h und soll von einem Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h überholt werden so ist dafür eine Strecke von 400 m erforderlich mit Einbeziehung von Sicherheitsabständen (halber Tacho). Diese  Strecke reicht jedoch nicht aus, da der Gegenverkehr die gleiche  Strecke zurücklegt, somit sind 800 m überschaubare Strecke  erforderlich.