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BAD WINDSHEIM (an) – Abordnungen der zwölf Schützengaue des Mittelfränkischen Schützenbundes (MSB) trafen sich am vergangenen Wochenende zum jährlichen mittelfränkischen Schützentag. Neben verschiedenen internen Veranstaltungen für die Gauschützenmeister und ihre Führungsmannschaften bildete der große Festzug am Sonntagvormittag durch Bad Windsheim mit anschließenden Ehrungen erfolgreicher Sportler und verdienter Funktionäre den Höhepunkt der insgesamt dreitägigen Veranstaltung.

Am Festzug nahmen neben dem Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch und Bad Windheims Bürgermeister Bernhard Kisch weitere regionale Prominenz sowie Fahnenabordnungen der 12 Schützengaue teil.

Am Kultur- und Kongresszentrum (KKC) angelangt wartete dann aber noch weitaus höhere Prominenz. Neben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann waren auch der noch amtierende Landwirtschaftsminister Christian Schmidt sowie weitere Bundes- und Landtagsmitglieder verschiedener politischer Couleur erschienen.

Allesamt wurden von Böllerschüssen mit mehreren Salven begrüsst. Auch am Marktplatz hatten zum Start des Festzuges mehrere Böllerschützen ihre Schwarzpulverbüchsen abgefeuert.

Nach dem feierlichen Einzug ins KKC stellten sich die Fahnenabordnungen der Schützengaue zur Begrüssung vor der Bühne auf. Diese wurde vom Gauschützenmeister des Schützengaues Uffenheim, Bernhard Schurz, dem Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler sowie Bürgermeister Bernhard Kisch vorgenommen.

In seiner Ansprache informierte Bezirksschützenmeister Gerold Ziegler unter anderem darüber, dass die 12 Gaue aktuell 55.934 Mitglieder hätten, dies seien leider 64 Schützen weniger, als im Vorjahr. Dieser Entwicklung müsse man entgegensteuern. Ein weiteres Thema seiner Ausführungen war das geplante Schützenmuseum in Uffenheim, dass dort auf drei Stockwerken die bedeutungsvolle und lange Entwicklung des Schützenwesens in der Region aufzeigen solle. Aber auch die Zukunft des Schützenwesens war im Fokus der Bezirksschützenmeisters. So ging er auch auf die „aufstrebende Sportart“ Blasrohrschießen ein, die sich in den letzten Jahren – nach dem Bogenschießen – zu den klassischen Schießsportdisziplinen hinzugesellt habe.

Der stellvertretende Landesschützenmeister Hans-Peter Gäbelein konnte im Gegensatz zu seinem Bezirkskollegen berichten, dass die rund 4.870 Vereine des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB) mit rund 470.000 Mitgliedern 2017 zum zweiten Mal in Folge einen Mitgliederzuwachs verbuchen konnten. Lobende Worte für das Schützenwesen als Hüter regionaler Traditionen und Rahmen für herausragende sportliche Leistungen auch auf internationaler Ebene gab es auch von den weiteren Grußwortrednern. Zu diesen gesellte sich mit Verspätung auch Landrat Helmut Weiß hinzu.

Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann lobte in seinen Ausführungen unter anderem die Planungen für das Schützenmuseum und das entsprechende Engagement der Stadt Uffenheim. Lob gab es auch für die aktiven Schützen und die Vereinsfunktionäre. Gemeinsam würde ein wichtiger Beitrag für die Gesellschaft geleistet. Denn man dürfe auch die Bedeutung der Jugendarbeit und des Behindertensportes im Schützenwesen nicht verkennen. „Wir in Bayern sind stolz auf den Schießsport“ könne er deswegen getrost und trotz kritischer Stimmen gegen den Sport mit Schusswaffen sagen, so Innenminister Herrmann. Allerdings mahnte er angesichts des hierzulande geltenden Waffenrechtes auch zum sorgsamen Umgang mit den legal und zu Sportzwecken erworbenen Waffen.

Die Grußworte der anwesenden Prominenz wurde heuer erstmals beim Mittelfränkischen Schützentag von Ehrungsblöcken unterbrochen. Dabei wurden auch verschiedene Sportler und Funktionäre aus der Region geehrt. Unter anderem wurde Justus Ott vom SV Lehrberg vom Bezirksjugendleiter Jens Gärtner zum Nachwuchssportler des Jahres gekürt. Er ist unter anderem als Mitglied von RWS Franken – dem Leistungsverein des Schützenbezirks Mittelfranken – in der Schülerklasse Deutscher Meister in den Disziplinen Luftgewehr und Luftgewehr 3-Stellung sowie Deutscher Meister in der Disziplin Luftgewehr Mannschaft.

Den dritten Platz der Wertung des Nachwuchssportlers des Jahres belegte Sebastian Siemandel, ein erfolgreicher Bogenschütze vom SV Oberdachstetten.

Für ihre sportlichen Leistungen bei den Deutschen Meisterschaften, als Europameisterin und Studentenweltmeisterin gab es zudem die Peter-Lorenz-Nadel und Gold für Maren Prediger aus Petersaurach sowie für Magnus Weinberger aus Bechhofen. Er erhielt die Auszeichnung für seine sportlichen Leistungen bei verschiedenen Meisterschaften sowie als langjährigem Mitglied im Bayernkader und im Deutschen Nationalkader.

Bei den Funktionären wurde der langjährige Schützenmeister des SV Ornbau, Franz-Josef Sand ebenfalls mit der Peter-Lorenz-Nadel in Gold ausgezeichnet. Dieser ist seit seinem 19. Lebensjahr in verschiedenen Funktionen in seinem Heimatverein aktiv und führt diesen seit 1990 als Schützenmeister. Seit 1999 bis heute gehört er zudem der Gauverwaltung des Schützengaues Hesselberg an.