Die Gunzenhäuser Innenstadt steht bei Besuchern – wie hier beim Wintertrödelmarkt 2017 – hoch im Kurs, ergab jetzt eine Passantenumfrage. Foto: Michael Alban, FO

Ein Beitrag von unserem Gastautor Werner Falk

GUNZENHAUSEN – Das von der Stadt in Auftrag gegebene „Einzelhandels- und Zentrenkonzept“ liefert gute Noten für Gunzenhausen. Das Passantenbefragung und das Meinungsbild, das bei einer Veranstaltung am 19. Februar im Lutherhaus entstanden ist, werden jetzt in ein Konzept einmünden, das im Frühjahr von der SK Standort & Kommune Beratungs GmbH in Fürth vorgestellt werden soll.

Geschäftsführer Thoma Schwarzmann ging skizzenhaft auf die Fragen ein: Wo stehen wir? Wo besteht Handlungsbedarf? Aufmerksame Zuhörer waren neben den Mitgliedern des Stadtrats sowie der Wirtschaftsverbände der mittelfränkische Einzelhandelsverbands-Geschäftsführer Uwe Werner und die Kreisvorsitzende Erika Gruber vom Einzelhandelsverband.

Bei einer Veranstaltung in Gunzenhausen wurde jetzt das Ergebnis einer Passantenbefragung für das Einzelhandels- und Zentrenkonzept vorgestellt. Foto: Werner Falk

Das zu erarbeitende Gutachten bezieht sich auf die Innenstadt mit ihren graduell unterschiedlichen Lagen, aber auch die zentrumsnahe Ortsteile sollen mit einbezogen werden.  Wie Schwarzmann mitteilte, hat die Gesamtstadt eine Verkaufsfläche von 54000 Quadratmetern, das sind pro Kopf 3,3 qm (Vergleiche: Weißenburg 3,9, Treuchtlingen 1,4), die Innenstadt 12450 qm. Vor zehn Jahren waren es 11400 qm, somit ist ein Zuwachs um neun Prozent festzustellen. Stabil ist die A-Lage (Markplatz), die Leerstände sind leicht angestiegen.

Der Umsatz im Gunzenhäuser Einzelhandel wird auf 157,7 Millionen Euro beziffert, die Kaufkraft wird mit 90,9 Millionen Euro angegeben (vor zehn Jahren: 144,2 Millionen Euro, Kaufkraft 83,5 Millionen Euro). Dazu der Vergleich mit  den aktuellen Daten von Weißenburg: 179 Millionen Euro Umsatz, Kaufkraft 101 Millionen Euro.

Um die Einzelhandelssituation einschätzen und bewerten zu können haben die Gutachter aus Fürth eine Passantenbefragung vorgenommen. Inzwischen haben sie die 295 Interviews (mit 59 Prozent Gunzenhäusern und 41 Prozent Auswärtigen)  ausgewertet.  61 Prozent waren Männer, 39 Prozent Frauen. Die Daten sind natürlich nicht hundertprozentig repräsentativ, wohl aber drücken sie einen Trend aus.

Das Stimmungsbild besagt: 61 Prozent der Besucher komme n mit dem Personenwagen in die Stadt. 28,3 Prozent parken ihr Auto am Marktplatz, 24,4 Prozent am Parkplatz in der Spitalstraße, nur 6,1 Prozent in der Tiefgarage.

45 Prozent geben der Erreichbarkeit der Innenstadt die Note 2.  41,3 Prozent kommen wegen des Einkaufs nach Gunzenhausen, 32,2 Prozent zum Bummeln und um Freunde zu treffen. 15 Prozent sind mit der Einkaufsstadt Gunzenhausen  „sehr zufrieden“, 46 Prozent „zufrieden“. Diese Werte beziehen sich auf das Urteil der Einheimischen, die Angaben der Auswärtigen weichen  nur gering ab: 17 Prozent bzw. 39 Prozent). „Besonders gefallen“ haben den Besuchern die Übersichtlichkeit der Kleinstadt mit Flair, die kurzen Wege, der Marktplatz, die Umgebung der Seen und der Wochenmarkt als Erlebnis. Die Befragten äußerten sich ganz allgemein sehr zufrieden, denn auf die Frage, was ihnen missfällt, äußerten 53 Prozent:  „Nichts“.  Und was fehlt? 48 Prozent sagen, es sei „alles da“.

In der Beurteilung des Einzelhandels gibt es im Durchschnitt die Schulnote 2,3.  50 bis 57 Prozent kaufen in der Innenstadt (bezogen auf Bekleidung, Schuhe, Uhren), 14 bis 21 Prozent kaufen online ein. 17 Prozent sagen, dass sie das Handy beim Einkauf nutzen, aber wiederum 30 Prozent von ihnen kaufen trotzdem im stationären Handel.

Das Stadtmarketing Gunzenhausen darf mit der Resonanz auf die Online-Präsenz  zufrieden sein, denn 43 Prozent kennen das Portal „ingunzenhausen.de“, in dem sich mehr als 300 Geschäfte der Stadt präsentieren.