HERRIEDEN (an) – Die Jägervereinigung Ansbach u.U. sowie die Kreisgruppe Ansbach des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) hatten jetzt zu einer Infoveranstaltung zum Thema „Aussähen statt Ausmähen“ eingeladen. Zwei Referenten nahmen sich dabei der Möglichkeiten an, wie Landwirte Ackerrandstreifen ökologisch sinnvoll gestalten können.

Der Vorsitzende der Jägervereinigung Ansbach u.U., Christian H. Fuhrmann und der Kreisvorsitzende des LBV, Günter Möbus konnten sich über einen vollbesetzten Saal beim Bergwirt in Herrieden freuen. Zahlreiche Land- und Forstwirte, Jäger, Jagdgenossen sowie Waldbesitzer und Naturliebhaber hatten sich zu der Vortragsveranstaltung eingefunden.

Im ersten Referat beleuchtete der Landesvorsitzende des LBV Bayern, Dr. Norbert Schäfer, von seinen Erfahrungen in England, wo  schon seit vielen Jahren vor allem Umweltschutzorganisationen gezielt landwirtschaftliche Flächen umnutzen, um sie als Rückzugsort für seltene Tierarten zu erhalten. Gerade Monokulturen seien mit verantwortlich dafür, dass in der heutigen Zeit das natürliche Gleichgewicht in der Tierwelt aus dem Lot geraten sei. So fehlten oft Sämereien als Nahrungsquelle für die natürliche Vogelpopulation, andererseits seien ohne Schutzräume die Freßfeinde oft im Vorteil.

Verschiedene Schutzmaßnahmen wie Zäune gegen Freßfeinde oder „Greeningmaßnahmen“ mit Blühstreifen oder Brachen könnten hier Abhilfe schaffen. Letztlich forderte Dr. Norbert Schäfer, dass hierzulande mehr ökologische Vorrangflächen (7 bis 10 Prozent der Ackerfläche) in ausreichender Breite ausgewiesen werden müssten. Die seien „einfache Maßnahmen“, die ohne größere Probleme umzusetzen seien. Und für derartige ökologische Maßnahmen gäbe sogar staatliche Zuschüsse mit bis zu 900 Euro je Hektar, betonte der Vorsitzende der Jägervereinigung – nur wüssten dies leider nur zu wenige Landwirte.

Dr. Norbert Schäfer, Vorsitzender des bayerischen Landesverbandes für Vogelschutz (LBV) (re.) berichtete von Erfahrungen als England, der Vorsitzender der Jägervereinigung Ansbach u.U., Christian H. Fuhrmann (li.) erinnerte an die Fördermöglichkeiten für Land- und Forstwirte.

Dass es sogar auch ohne Fördergelder, sondern nur mit einem persönlichen, freundschaftlichen Gespräch möglich ist, etwas für die Vielfalt von Flora und Fauna zu tun, davon berichtete Dipl. Ing. agr. Gerhard Klingler vom Bayerischen Jagdverband. Er konnte in und um sein Jagdrevier im Ochsenfurter Raum mehrere Landwirte überzeugen, etwa Feldwege nicht oder nur selten zu mähen und entlang der Äcker Blühflächen anzulegen. Dies habe sich in vielen Fällen bereits nach kurzer Zeit positiv auf die Vogelwelt, die Insektenvielfalt, aber auch auf das Niederwild ausgewirkt. Auch müssten manche Landwirte nur dafür sensibilisiert werden, dass sie bei der Ackervorbereitung nicht etwa junge Hasen mit ihren Maschinen töten.

Manchmal hilft sogar schon ein freundschaftliche Gespräch: Jäger Gerhard Klingler aus Ochsenfurt hatte einen reich bebilderten Vortrag mit gebracht.

Am Ende der Veranstaltungen bewerteten die beiden Vorsitzenden die gemeinsam organisierte Veranstaltung als „sehr gelungen“. Man könne sich in dieser Konstellation sicher „gegenseitig befruchten“, so LBV-Kreisvorsitzender Günter Möbus. Aus Sicht der LBV habe auch der Bayerische Jagdverband die nötigen Kontakte zu den Flächeneigentümern, um mit diesen ins Gespräch zu kommen. Insofern sei der Vortragsabend auch als „Auftaktveranstaltung“ für eine weitere Kooperation gedacht. LBV und Jägervereinigung hätten „sehr viele gemeinsame Ziele“, betonte Möbus.

Zog eine positive Bilanz der „Auftaktveranstaltung“: Günter Möbus, Kreisvorsitzender des LBV Ansbach.