Fotos und Video: @ Michael Vogel

 

Etwa 500 Besucher beim Neujahrsempfang im Onoldiasaal

Alle Jahre wieder beginnt die Stadt Ansbach das neue Jahr mit einem gern gepflegten gesellschaftlichten Ritual: dem Neujahrsempfang. Eine gute Gelegenheit für das Stadtoberhaupt den Bürgern Wichtiges, Neues und natürlich die eigene Sicht auf das Stadtgeschehen zu vermitteln.

Nach der Gästebegrüßung von den Bürgermeistern Thomas Deffner und Martin Porzner hielt die Oberbürgermeisterin ihre Rede vor etwa 500 geladenen Gästen aus Stadt und Land.

Nach ihrer Ansicht geht es Ansbach gut und erläuterte dies anhand von vielen ausgesuchten Beispielen  (Nachfolgend veröffentlicht fränx-online ihre der Presse übergebene Rede).

Die musikalische Umrahmung des Empfangs gestaltete das Jugendblasorchester von Ansbach unter der Leitung von Ernst Berendes.

Neujahrsempfang der Stadt Ansbach am 21. Januar 2018
Rede der Oberbürgermeisterin Carda Seidel
Liebe Ansbacherinnen und Ansbacher,
meine Damen und Herren,
willkommen zum Neujahrsempfang 2018 – schön, dass Sie so zahlreich gekommen sind!
Kürzlich gerieten wir im Freundeskreis in eine lebhafte Debatte. Dabei ging es um die Zufriedenheit – des Einzelnen, aber auch um die generelle Zufriedenheit in unserem Land. Nun ist die Zufriedenheit des Einzelnen ja etwas überaus Subjektives, Vielgestaltiges und wird von den unterschiedlichsten Faktoren beeinflusst. Darüber waren wir uns recht schnell einig. Doch wie zufrieden sind eigentlich die Deutschen im Allgemeinen?

Eigentlich müssten wir ganz zufrieden sein, stellte ein Freund fest, denn es geht uns gut in Deutschland. Die Zeichen stehen auf wirtschaftlichem Wachstum, die Arbeitslosigkeit ist extrem niedrig und wir haben uns an den anhaltenden Wohlstand gewöhnt. Ein anderer Freund meinte, das sei aber nicht die ganze Wahrheit, denn der Wohlstand komme nicht bei allen an. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer weiter auseinander. Und dann sei da das veränderte Sicherheitsgefühl. Der Terror und auch die eingeschleppte Kriminalität habe etwas verändert. Sicherheit habe inzwischen einen anderen Stellenwert, als noch vor ein paar Jahren und unsere unbeschwerte Freiheit habe zumindest einen Knacks bekommen. Das könne und dürfe man nicht so schwarzsehen, meinte der erste Freund, auch heute sei unser Land nach wie vor eines der sichersten der Welt, auch wenn sich etwas verändert hätte. Die Medien machen es einem, was die Zufriedenheit angehe, auch nicht leicht, warf eine Freundin ein. Hier gelte inzwischen: nur eine negative Nachricht, ist eine gute Nachricht. Krisen, Kriege, Terror, kleine und große Katastrophen sowie politisch Skurriles bestimmten schließlich das Bild.

Und in den sozialen Medien – wenig Konstruktives, dagegen oftmals ziemlich niveaulose Kommentare, Lamentieren über alles und jeden, Schimpf- und sogar Hetz- und Hasstiraden. So schlimm sei das nicht, meinte wieder der erste Freund, dies alles seien doch Informationen und man müsse das eben mit klarem Kopf sortieren, nicht alles für bare Münze nehmen und sich selber eine Meinung bilden.

Unsere Debatte ging dann noch ein wenig hin und her, wir streiften die Ergebnisse der Bundestagswahl und die Regierungsbildung, die Integration der Flüchtlinge, die Situation in Europa und einiges mehr. Sie ahnen es schon, meine Damen und Herren, die Frage nach der Zufriedenheit der Deutschen im Allgemeinen blieb an diesem Abend ungelöst. Da es ja zu fast allem Erhebungen und Statistiken gibt, wollten wir es nun doch wissen und wurden auch fündig. Das positive Fazit gleich vorweg: Untersuchungen bestätigen, wir Deutschen sind eigentlich ganz zufrieden.

So zeigt der Glücksatlas der Deutschen Post, dass die Lebenszufriedenheit der Deutschen auf einem guten Niveau liegt. Auf einer Skala von 0 bis 10 erreicht diese 7,07 Punkte. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland laut World Happiness Report sogar auf Platz 16 von 155 untersuchten Ländern. Doch was ist mit uns Franken? Zugegeben, da haben wir dann nicht weiter geforscht … Also gilt, freuen wir uns einfach darüber, dass wir im Vergleich zu anderen Nationen so „happy“ sind … und dies mit einigen guten Gründen.

Dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es vielfältige Herausforderungen gibt, denen wir gegenüberstehen und dass wir uns mit dem, was in der Welt, in Europa und unserem Land nicht stimmt, aktiv auseinandersetzen müssen.
Im mittleren Osten herrscht nach wie vor Krieg. Die Auseinandersetzungen in Syrien nehmen kein Ende. Der IS verbreitet seinen Terror in der ganzen Welt, in Europa und Deutschland. Machttrunkene Regierungschefs, wie Kim Jongun und der türkische Präsident Erdogan provozieren, missachten Menschenrechte und schaffen ihre eigene Faktenwelt. Besonders skrupellos beim Kreieren alternativer Wahrheiten ist bekanntlich Donald Trump. Fast haben wir schon aufgehört uns über die Vielzahl seine fragwürdigen politi-schen Projekte und Äußerungen zu wundern …

Auch der Blick auf Europa löst keine Begeisterung aus. Die EU ringt um ihre Identität und die Einhaltung ihrer Regeln. Die Gemeinschaft für Frieden und Stabilität in Europa befi-det sich in der Krise. Der große Aufreger Brexit steckt fest. Die Solidarität der Mitgliedstaaten versagt, wenn es um die Einhaltung der Regeln, die Wahrnehmung der Pflichten und die gerechte Verteilung der Lasten geht. Fazit: die EU muss die Wahrung ihrer Grundwerte und Regeln wieder konsequenter einfordern. Sie ist auf die Solidarität ihrer Mitglieder angewiesen und die muss von allen Mitgliedstaaten gelebt und umgesetzt werden.

Die bloße Vergemeinschaftung von Schulden oder der Wunsch nach finanzieller Unterstützung hat kaum etwas mit dem Grundgedanken der EU zu tun. Die Bundeskanzlerin betonte in ihrer Neujahrsrede, dass die 27 Mitgliedstaaten zusammenhalten und an der Solidari-tät nach innen und außen arbeiten müssten. Bleibt zu hoffen, dass dies gelingt.

Deutschland wartet inzwischen auf eine neue Regierung. Dies nach einer Bundestags-wahl, in der die Wähler mit ihrer Entscheidung die regierenden Volksparteien für ihr Handeln oder Nichthandeln deutlich abgestraft haben. Historische Verluste für CDU/CSU und SPD, größere Parteienvielfalt im Bundestag und Einzug der AfD als drittstärkste Kraft – all das spricht für sich. Nach der Wahl Lamentieren der Parteien, Schönreden, Empörung und gar Vorwürfe an die Wähler, dass die möglicherweise Vieles nicht richtig verstanden hät-ten. Schließlich die befremdliche Reaktion Merkels „wir können nicht erkennen, was wir anders machen sollen“. Nach Jamaika, mit zahlreichen Balkonbildern, stehen nun die Zei-chen doch auf GroKo. Immerhin erreichte die Verhandlungsgruppe als Ergebnis der Son-dierungsgespräche, dass die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD fort-gesetzt werden sollen.

Jetzt fehlt noch das „Go“ auf dem heutigen SPD-Parteitag und dann die Entscheidung aller SPD-Mitglieder. Ob das was wird, nach dem öffentlichen Ge-plänkel in den letzten Tagen? Wir werden sehen. Wenn die SPDler zustimmen gibt’s die 3. Große Koalition und Anfang März die Wahl der Bundeskanzlerin … und dann haben wir „nur“ ½ Jahr auf eine neue Regierung gewartet.

Die macht dann hoffentlich eine Politik näher an den Bedürfnissen der Menschen und sorgt für eine klare Linie bei den wichtigen Themenfeldern, wie soziale Fragen, Bildung, Sicherheit, Einwanderungspolitik, Integration und die aktuellen Fragen in und um die EU.

Fast rundum glücklich stimmt uns der Blick auf unser schönes Ansbach, denn es gibt neben einigen Herausforderungen jede Menge Positives zu vermelden!
Die wirtschaftliche Entwicklung ist hervorragend, die weiteren Prognosen sind bestens. Eine wachsende Zahl an Arbeitsplätzen und niedrigste Arbeitslosenquoten bescheren uns einen Rekord von 27.107 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Stadtgebiet. Dies bedeutet auch, dass sogar Menschen, die bereits lange arbeitslos waren, endlich wieder in eine Beschäftigung vermittelt werden konnten. An dieser Stelle sei zudem erwähnt, dass in Stadt und Landkreis inzwischen 120 Flüchtlinge eine Beschäftigung aufnehmen konnten und 38 in einen Ausbildungsplatz vermittelt wurden.

Besonders freut uns, dass die Unternehmen weiterhin fleißig investieren – in ihr eigenes Wachstum, modernste Technologien und Prozesse. Davon profitieren der Wirtschaftsstandort Ansbach und unsere Stadt insgesamt. Herzlichen Dank an alle Unternehmerinnen und Unternehmer für Ihr Vertrauen und Ihr Engagement!

Ungebrochen rege läuft der Verkauf der städtischen Gewerbeflächen. Die etablierten Gewerbegebiete sind so gut wie ausgereizt. Unser neuerschlossener und seit Dezember 2017 baureifer Gewerbepark Ansbach-West in Elpersdorf verzeichnet lebhafte Nachfrage. Erste Flächen am Dr.-Zumach-Ring – benannt nach dem hochgeschätzten und damals wirtschaftspolitisch sehr aktiven Altoberbürgermeister Dr. Ernst-Günther Zumach – sind verkauft.

Weitere Verhandlungen laufen. Die „Perle des Südens“ – wie ein Interessent „die hochattraktive Gewerbefläche in zentraler Lage in Deutschland“ nannte – bietet denn auch auf 32 Hektar Raum für unterschiedlichste Ansprüche mit flexiblen Flächengrößen und einer in jeder Hinsicht hervorragenden Anbindung, inklusive digitalem Standard auf dem allerneuesten Stand.

Schnelles Internet für private Haushalte ist leider nicht so schnell überall verfügbar. Nachdem zwar 85 % der Ansbacher seit der Breitbandoffensive der Telekom auf bis zu 50 Megabit zugreifen können, müssen die restlichen Bereiche noch etwas warten. Optimis-tisch stimmte uns Anfang letzten Jahres der Bescheid für das Bayerische Breitbandförder-programm zur besseren Versorgung der Ortsteile. Mitte Oktober wurde dann aber be-kannt, dass der ursprünglich angestrebte Fertigstellungstermin seitens der Telekom nicht eingehalten werden kann. Nach meiner Intervention bei der Konzernspitze der Telekom und einem konzertierten Gespräch sollen nun immerhin bis Herbst dieses Jahres hoffent-lich auch die restlichen Bereiche angeschlossen sein.
Dank immer noch guter Steuereinnahmen, einer soliden Haushaltspolitik sowie einer sehr engagierten Verwaltung konnten wir seitens der Stadt viele positive Entwicklungen ansto-ßen und manches wichtige Projekt realisieren bzw. für die kommenden Jahre auf den Weg bringen.

Nach fast 15 Jahren Dornröschenschlaf fand unser Rettipalais einen Liebhaber und neu-en Eigentümer, der das wertvolle Gebäude in den kommenden Jahren denkmalgerecht sanieren und dann als lebendiges Museum mit wechselnden Ausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich machen will. Zu diesem glücklichen Ergebnis haben Viele beigetragen. Von Herzen Dank für dieses Happy End!

Besonderer Dank gilt dem privaten Kunstsammler Herr Weiss, der mit einer klaren Vision, Mut und Investitionsbereitschaft das Palais des ehemaligen Hofbaumeisters zu neuem Leben erwecken will. Ganz herzlichen Dank auch an den Förderverein Retti e.V. und vor allem an seinen Vorsitzenden Dr. Christian Schoen für das investierte Herzblut, der Regierung v. Mittelfranken und Dank allen Fördergebern sowie dem Stadtrat, die die Finanzierung und Umsetzung des Projekts erst möglich mach-ten. Wir sind alle schon unglaublich gespannt auf den Tag, an dem das neue, alte Rettipa-lais als Museum seine Pforten öffnet und freuen uns über diesen wunderbaren Beitrag zur Entwicklung unserer Stadt.

Einen umfassenden Blick in die Zukunft unserer Stadt werfen wir mit dem derzeit entste-henden integrierten Stadtentwicklungskonzept. Ziel ist die nachhaltige und zukunftsfä-hige Stadtentwicklung in allen Lebensbereichen und für die nächsten Jahrzehnte. Mit Ihrer Hilfe, liebe Bürgerinnen und Bürger, mehreren Bürgerbeteiligungselementen, der Einbeziehung unterschiedlichster Experten und der regen Mitarbeit von Verwaltung und Stadtrat wollen wir die Weichen stellen.
Wichtiger Aspekt dabei das Wohnen in Ansbach. Aktuell kümmern wir uns um die Bereit-stellung von drei neuen Wohngebieten – in Höfstetten 36 neue Bauplätze und in Hennenbach an zwei Standorten 48. Herzlichen Dank an meine engagierte Verwaltung, die konti-nuierlich dran geblieben ist und vielen Dank an alle Beteiligten. Mit dem vor kurzem in Stadtrat vorgestellten „Baulandmodell Ansbach“ wollen wir zudem den Geschosswohnungsbau fördern und in den nächsten Jahren mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Wie sozialer Wohnungsbau modernster Art auch wieder kommunal geht, haben wir mit Hilfe der Bürckstümmer Stiftung vor kurzem im Kirchenweg in Eyb gezeigt. Gut zu der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum passt die demnächst anstehende Gründung des städtischen Eigenbetriebs „STADTBAU ANSBACH“.

Vorletzte Woche hatten wir eine fruchtbare Runde mit den Fraktionsvertretern. Dort haben wir die vielfältigen Anforderungen zusammengeführt, konkretisiert und in der zugrundeliegenden Satzung untergebracht. Diese soll nun im Stadtrat beschlossen werden.

Große Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung und Verkehrsinfrastruktur prägen wie gewohnt unseren städtischen Haushalt. So sorgen wir für eine gleichbleibend hohe Lebensqualität und für beste Rahmenbedingungen für die Wirtschaft vor Ort.
Mit den millionenschweren, mehrjährigen Sanierungsmaßnahmen an der Berufs- und Wirtschaftsschule verbessern wir die Bedingungen für Schüler und Lehrpersonal. Die Ge-neralsanierung des maroden Altbaus der Weinbergschule strebt dank raschen Baufortschritts, dem erfolgreichen Abschluss noch 2018 entgegen. Dann bietet der rundum erneuerte Bau dank der Kooperation von Stadt und Diakonie Neuendettelsau jede Menge Mehrwert für viele Schüler und Eltern. Ein Herzenswunsch für Schalkhausen geht ebenfalls in Erfüllung. Endlich konnte aufgrund der Hartnäckigkeit der Verwaltung, der umsichtigen Vermittlung von Stadtrat Frank Reisner und der Bereitschaft der Eigentümer doch noch ein geeignetes Grundstück für den Neubau der Grundschule gefunden werden. Vielen Dank dafür! Neben großen Projekten – bis 2020 übrigens im Umfang von fast 15 Mio. € – leisten wir zahlreiche kleine Maßnahmen zur Ertüchtigung unserer Schulen.

Ein Beispiel:die weiteren Brandschutzmaßnahmen an der Karolinenschule. Der Erhalt unserer Schulstandorte in der Kernstadt und den Stadtteilen liegt uns am Herzen. Erfreulicherweise unterstützen die Prognosen für die Anzahl der Einschulungen in den kommenden Jahren dieses Bemühen.

Eine wachsende Zahl an Kindern verheißen auch die Geburtenzahlen. Dies gilt es beim Angebot an Kindertagesstätten zu berücksichtigen. Mehr Übersichtlichkeit in der Verga-be von KiTa-Plätzen sollen eine neue Software beim Jugendamt und ein einheitlicher An-meldezeitraum ab 2018 bringen. Zudem wollen wir in den nächsten Jahren bis zu 100 neue KiTa-Plätze schaffen. Zuerst erweitern wir die stadteigene Kindertagesstätte in der Lunckenbeinstraße mit einem Anbau um zusätzliche 50 Plätze. Andere Kindertagesstätten folgen mit weiteren Maßnahmen.
Einen besonderen Beitrag zur weiteren Stärkung des Schul- und Bildungsstandortes Ans-bach leistet der Freistaat mit seiner 54 Millionen starken Investition in den Finanzcampus am Beckenweiher. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür!

Einen Blick ins nächste Jahrzehnt werfen wir mit unseren Bemühungen für einen zweiten Hochschulcampus. Unsere Hochschule braucht dringend mehr Platz zum einen für die bestehenden technischen Disziplinen, zum anderen für den Ausbau des sehr erfolgreichen Schwerpunktes Medien/digitale Medien. Das sog. „Zentrum digitale Medien“ könnte nach unseren Vorstellungen auf dem 2021 frei werdenden Gelände der Barton Barracks entstehen – flankiert durch hochschulnahes Wohnen und Gewerbeflächen. Hierfür wollen wir die Weichen stellen. Auch hier brauchen wir die Investitionsbereitschaft aus München. Stadtrat, Abgeordnete der Region und zuletzt die IHK begrüßten das Projekt und unter-stützen dieses nach Kräften. Helfen auch Sie mit und nutzen Sie Ihre Verbindungen für dieses Zukunftsprojekt für Ansbach!

Nicht unterschlagen möchte ich an dieser Stelle, dass der Freistaat an verschiedenen Stellen in Ansbach investiert, so in die Sanierung der markgräflichen Residenz und des Verwaltungsgerichts, den Ersatzneubau des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und in die Ertüchtigung der Verkehrsadern, siehe Residenzstraße, Würzburger Landstraße und Schlossknoten. Vielen Dank für dieses umfassende Engagement in Ans-bach… auch wenn zugegeben, die Operationen am Straßensystem so manchem Autofah-rer in den letzten Monaten viel Geduld abforderten. Umso größer ist die Freude, wenn alles abgeschlossen ist und der Verkehr reibungslos und sogar besser als vorher fließt.

Auch die städtischen Straßenbau- bzw. Sanierungsvorhaben verschlingen jedes Jahr viele Millionen Euro. 2018 stehen u.a. der Radweg nach Höfstetten, der Ausbau der Stra-ßen am Beckenweiher und am Drechselsgarten sowie der Ernst-Körner-Ring auf dem Programm. Was die Behauptung angeht, Ansbach könne keine Kreisverkehre, so können wir den Gegenbeweis liefern. Den 1. innerstädtischen Kreisverkehr weihten wir letztes Jahr in Eyb ein. Für den, in Elpersdorf heiß ersehnten KV braucht es allerdings noch et-was Zeit. Immerhin, eine unerwünschte Ampellösung konnte verhindert werden und Mün-chen fördert, auch dank des Einsatzes von Landtagsabgeordneten Andreas Schalk, den erst strikt abgelehnten Kreisverkehr. Vielen Dank!

So richtig glücklich kreiseln können die Elpersdorfer voraussichtlich ab Anfang 2020…. – zur Einweihungsfeier komme ich dann, wie versprochen, gerne.
Unsere größte Verkehrsinfrastrukturmaßnahme Promenade/Maximilianstraße konnten wir 2017 nach 6 Jahren erfolgreich im Zeit- und Kostenplan abschließen. Die im Untergrund und auf der Oberfläche runderneuerte Prachtstraße erstrahlt in neuem Glanz und sorgt zusammen mit Karlstraße und Karlsplatz für ein hochwertiges Entré. Das freut die Nutzer, Anlieger, Geschäftsleute und Gäste unserer Stadt. Jetzt fehlen nur noch das Sommercafé und der historische Pavillon auf der Promenade, für dessen Nutzung gerade die Ausschreibung läuft. Dabei geht’s – Sie haben es sicher schon gehört – um die Wurst, genauer gesagt unsere Ansbacher Bratwurst.

Die Sanierung der Neustadt ist in vollem Gange. Stadtwerke und awean erneuern, was im Untergrund liegt. Die Stadt sorgt für mehr Aufenthaltsqualität und ein frisches, attraktives Gesicht dieser wichtigen Einkaufsstraße mit neuer Möblierung, gehfreundlichem Pflaster und vielem mehr. Die so entstehenden Impulse werden bereits von den anliegenden Hauseigentümern und Händlern aufgegriffen. Herzlichen Dank! Weitere „Folge“-Investitionen zeichnen sich ab.

Die Sanierung des Rathausareals kommt nach einigen Verzögerungen ebenfalls voran. Richtig spektakulär war der Einbau der Trafostation per Riesenkran. Nach nötiger EU-weiter Ausschreibung der Sanierungsplanung erfolgt die denkmalgerechte Instandsetzung.

Doch nicht nur bei der Ertüchtigung der Infrastruktur beschäftigt uns unsere Innenstadt, die im Vergleich zu ganz vielen anderen Innenstädten attraktiv und lebendig ist, über eine hervorragende Parkplatzsituation und wenig Leerstände verfügt. Dies nur als kurzer Ein-schub, da mich das permanente Lamento manchmal fast ein wenig grantig macht. Wir haben eine schöne und funktionierende Innenstadt – nichtsdestotrotz stehen wir, wie alle anderen Innenstädte, vielfältigen Herausforderungen gegenüber – Stichwort: Strukturwan-del. Erfreulich: lt. GfK ist, dass die Einzelhandelszentralität mit einem Wert von 146 wei-terhin hoch bleibt (nur zum Vergleich: Nürnberg hat eine Zentralität von 122, Fürth 121 und Erlangen 114).

In Ansbach wirkt Vieles positiv zusammen – die oberzentrale Funktion, attraktive Arbeitsplätze, ein hoher Pendlerüberschuss, ein breites Angebot an Produkten, eine attraktive Altstadt, ein guter Branchen-Mix. Weitere Ansatzpunkte aus der Kundenbe-fragung „Vitale Innenstädte“ greifen die Stadt und der CM AN neben bereits geplanten Ak-tivitäten natürlich auf. Im Fokus stehen die Entwicklung zum Erlebnis- und Genussort, denn „nur einkaufen“ war gestern, die stärkere Verschränkung von Veranstaltungen und Einzelhandelsaktivitäten, die intensivere touristische Vermarktung unserer Stadt, neue Aktionen und Attraktionen, die Menschen in die Innenstadt locken, wie die schmackhafte und gleich beim ersten Mal erfolgreiche Veranstaltung „Bier & Brodworschd von do!“, die kontinuierliche Fortsetzung des Geschäftslagen- und Leerstandsmanagements und nicht zuletzt die Intensivierung und Verstetigung des Austauschs zwischen den Fraktionen und CM AN. Ziel ist der Erhalt und die Weiterentwicklung einer attraktiven, lebens- und erle-benswerten, gut frequentierten Innenstadt Ansbach.
Einen wichtigen Beitrag leistet auch das sinnvolle und notwendige Sicherheits- und Zu-fahrtskonzept für den Stadtkern. Dieses spart künftige Kosten, u.a. für einzelne Absiche-rungen, reduziert den oft kritisierten unnötigen Fahrverkehr in der Fußgängerzone und bietet gleichzeitig leistbare Sicherheitsvorkehrungen vor LKW-Anschlägen auf Märkte und Veranstaltungen.

Besondere Impulse erwarten wir von dem im Bau befindlichen, neuen Hotel. Auf dem ehemaligen Hürnerareal werden so bis Frühjahr 2019 weitere zentrale, moderne Über-nachtungsmöglichkeiten für Tagungen, Veranstaltungen und Tourismus geschaffen. Wir freuen uns sehr, dass sich Investor und Betreiber gefunden haben. Herzlichen Dank für dieses gewinnbringende Engagement für unsere Stadt!

Das Thema Hochwasserschutz rückt bei häufiger auftretenden Starkregen- und Hoch-wasserereignissen immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Im Herbst letzten Jah-res konnten wir das Pumpwerk hinter der Orangerie einweihen, das bei Starkregenereig-nissen unsere Altstadt vor Hochwasser schützen soll. Leider nahm dieses beim letzten Starkregen selber Schaden. Kleine Ursache, große Wirkung!

Aktuell laufen die Reparatur-arbeiten. Das Thema Hochwasserschutz spielt zudem an mehreren Stellen im Stadtgebiet eine wichtige Rolle. Richtig teuer – nämlich ca. 14 Mio. € – wird der Hochwasserschutz an der Rezat entlang der Altstadt. Gut, dass es hierfür eine hohe Förderung gibt. Die Maßnahmen will das Wasserwirtschaftsamt in enger Abstimmung mit uns in den nächsten Jah-ren umsetzen – dies seitens der Stadt übrigens gefolgt von der langersehnten Sanierung des Rezatparkplatzes. Für den Hennenbach und den Dombach sind die Voraussetzungen für einen umfassenden Hochwasserschutz im vergangenen Jahr geschaffen worden und erste Planungen angelaufen. An neuralgischen Stellen waren zuvor bereits kleinere Maß-nahmen umgesetzt worden.

Ziemlich ruhig geworden ist es um die Flüchtlinge in Ansbach – aktuell 392 in den Unterkünften und 14 unbegleitete Minderjährige. Neuankömmlinge gab es in 2017 kaum. Fast lautlos vollzieht sich der Prozess der Integration in Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, Woh-nungsmarkt und das tägliche Leben vor Ort. Die Basis dafür haben wir mit Ansbach eige-nen Projekten gelegt und mit einem hohen Engagement der Stadt Ansbach und unzähliger ehrenamtlich aktiver Bürger. Noch einmal vielen Dank dafür! Wie eingangs erwähnt, konn-ten inzwischen 120 Flüchtlinge in eine Beschäftigung und 38 in eine Ausbildung vermittelt werden. Dies ist ein Anfang. Doch es bleibt noch viel zu tun. Hierbei von ausschlaggeben-der Bedeutung ist die aktive Mitwirkung der Flüchtlinge selbst und – neben der Einhaltung der Gesetze und gesellschaftlichen Regeln – deren Wille, die Sprache rasch zu erlernen und die Bereitschaft, sich in den geregelten Berufsalltag einzufügen. Die letzten beiden Punkte werden immer wieder von Arbeitgebern kritisiert. Seitens der Stadt unterstützen wir den Integrationsprozess neben der allgemeinen Flankierung durch die Verwaltung mit einem Integrationslotsen und einer Bildungskoordinatorin. Liebe Bürgerinnen und Bürger, auch weiterhin ist Ihr ehrenamtliches Engagement für die Menschen, die bei uns Asyl bzw. eine neue Existenz suchen, von großer Bedeutung. Doch dies ist natürlich nur ein ganz kleiner Ausschnitt des vielfältigen bürgerschaftlichen Engagements in unserer Stadt, für das ich von Herzen danke!

Das Ehrenamt ist in Ansbach überall, macht vieles besser, lebenswerter und manches überhaupt erst möglich! Es verbindet, ergänzt, erweitert, vervielfältigt das Gute, Hilfreiche, Nützliche, Notwendige und das Erbauliche in unserer Gesellschaft. Ein Beispiel sind auch die Aktivitäten der Freiwilligenagentur Sonnenzeit und neu des damit verbundenen Mehr-generationenhauses. Um langjähriges ehrenamtliches Engagement zu ehren, verleihen wir an besonders verdiente Persönlichkeiten das Ansbacher Stadtsiegel von 1532 – letztes Jahr an Heinz Kötzel und Heinz Kreiselmeyer.

Was Ehrenamt leistet, haben wir erst vor Kurzem wieder eindrucksvoll erfahren, als anlässlich des Starkregenereignisses vom 4. auf den 5. Januar etwa 350 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und BRK Hilfe und Unter-stützung dort leisteten, wo sie benötigt wurde. Nochmals vielen Dank für diesen engagierten Einsatz!
Stichwort: Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger ins Stadtgeschehen. Worüber auf Bundesebene heftig diskutiert wird – nämlich Bürgerbeteiligung – wir tun es bereits seit Jahren vor Ort und in allen denkbaren Facetten…

Nicht nur beim integrierten Stadtentwicklungskonzept legen wir Wert auf Ihre aktive Teilnahme, liebe Ansbacherinnen und Ansbacher. Ihre aktive Beteiligung war z.B. auch bei der umfassenden Haushaltsbefragung zum Demographischen Wandel gefragt. Ganz gezielt die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen und deren Teilhabe verbessern will der sogenannte Teilha-beplan, der sich ebenfalls mit einer detaillierten Befragung an 3000 Betroffene wandte und im Mai dieses Jahres öffentlich vorgestellt werden soll. Bürgerbeteiligung bereits im Pla-nungsprozess verschiedenster Vorhaben ist für uns sowieso seit langem selbstverständ-lich. Stichwort: direkte Demokratie, also Bürgerbegehren. Auch hier rege Aktivität vor Ort. Wichtig auch die Einbeziehung junger Menschen z.B. über den Jugendrat oder im 4. Fo-rum „Wir sind die Innenstadt“.

Einige dort geäußerte Anregungen konnten wir bereits umsetzen. Ungebrochen rege ist zudem das Interesse an den 13 Stadtteil- und Ortsteilver-sammlungen, zwei Bürgerversammlungen und eine Seniorenversammlung, mit denen wir Ihnen ein umfangreiches Informations- und Kommunikationsangebot aus erster Hand bie-ten.
Wer etwas leistet, darf auch feiern und auch das können wir in Ansbach…. 2017 mit dem 40. Altstadtfest, einer beeindruckenden Bachwoche, der Skulpturenmeile „Stahlwelten“ von Thomas Röthel und Herbert Mehler, einem gut besuchten Ansbach Open, trotz manch banger Erinnerung an den Anschlag 2016 und auch neuen Formaten, wie dem schon er-wähnten Bratwurst- und Bierfest sowie, nicht zu vergessen, einem um manch Fränkisches erweiterten Weihnachtsmarkt.

2018 haben wir ebenfalls Grund zum Feiern – gleich dreifach am 1. Juli. Zu dieser Bal-lung an freudigen Ereignissen lade ich Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, schon jetzt ganz herzlich ein und danke allen, die das möglich machen, so insbesondere dem Bezirk Mittel-franken. Doch was passiert da? Zum einen finden die Rokokofestspiele statt, dann der Tag der Franken, diesmal in Ansbach – was uns ziemlich stolz macht – und schließlich feiern wir das 50. Jubiläum unserer lebendigen und erfolgreichen Städtepartnerschaft mit Anglet, die wir auch mit verschiedensten Programmpunkten, in Ansbach und Anglet im Laufe des Jahres begehen werden. Mein Dank an dieser Stelle an unsere sehr aktiven Städtepartnerschaftsvereine für ihr Engagement, auch natürlich für unsere rege Städtepartnerschaft mit Fermo!

Übrigens mein lieber Amtskollege aus Anglet, Claude Olive, hat uns einen kurzen Neujahrsgruß per Video zugesandt, den wir anschießend an meine Rede abspielen werden.

Ein wechselvolles Jahr war 2017 für unseren Krankenhausverbund ANregiomed: Ge-schäftsbesorgung ja, dann doch nicht, neuer Vorstand, aber wann und wie wird das wohl? Dabei weiterhin millionenschwere Defizitausgleiche und Zuschüsse für die großen, not-wendigen Baumaßnahmen seitens der Träger. Tatsächlich wird sich Einiges verändern müssen – wirtschaftlich, organisatorisch und strukturell. Dabei brauchen wir die Kraft aller in und um ANregiomed.

Mit Hoffnung auf eine nachhaltige Sanierung und Gesundung un-seres ANregiomed – und zwar gemeinsam mit den sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und unter Einsatz der im Hause vorhandenen Stärken – erfüllt uns die Bestellung des leitungs- und sanierungserfahrenen Krankenhausexperten Dr. Gerhard Sontheimer zum neuen Vorstand. Herzlich willkommen hier auf dem Neujahrsempfang, lieber Herr Dr. Sontheimer! Wir wünschen Ihnen, unserem Krankenhausverbund und den Mitarbeitern nur das Allerbeste! Wir setzen auf Ihre Tatkraft, Ihre Erfahrung und Ihren langen Atem!

Ach ja, rauf und runter ging es im Stadtrat – beim Thema Aufzug. Ich jedenfalls bin inzwischen richtig gespannt, wie das alles ausgeht. Das barrierefreie Stadthaus ist vom Stadtrat beschlossen.

Erst der Innenaufzug, dann der Außenaufzug wurden mit Blick auf den Bürgerwillen nicht umgesetzt. Ein bisschen erinnert mich das an das Märchen von der klugen Bauerntochter. Der König versprach, er wolle sie heiraten, wenn sie zu ihm kommen würde, nicht gekleidet, nicht nackend, nicht geritten, nicht gefahren, nicht in dem Weg, nicht außer dem Weg … Die das Märchen kennen, wissen, es ging gut aus. Die schlaue Dame fand eine Lösung für das schier Unmögliche und wir in Ansbach ja vielleicht auch noch….

Apropos Stadtrat. Nun haben wir ja keineswegs den Ruf, dass bei uns unnötige Eintracht, Harmonie oder gar eine gemeinsame Meinung zu einem Thema vorherrscht. Erstaunlich aber dennoch die zahlreichen einstimmigen Entscheidungen, mit denen wir unsere Stadt in den letzten Jahren auf einen guten Weg gebracht haben und dies wohl auch in Zukunft tun werden… Vielen Dank dafür!

Langweilig wird es in unserem Stadtrat sicher nie, aber anlässlich des heutigen „Weltknuddeltages“ – Sie haben richtig gehört, auch der ist heute – habe ich doch den Wunsch, dass wir es irgendwie noch hinbekommen, dass wir im guten Durchschnitt ein wenig sachlicher, respektvoller und freundlicher miteinander umgehen. Dabei ganz fest im Blick – einzig und allein – das Wohl der Menschen vor Ort und unserer schönen Stadt Ansbach.

Soweit einige Blicke auf Geschehenes, Geplantes und Gewünschtes. Liebe Ansbacherin-nen und Ansbacher, ich danke vor allem Ihnen, für Ihre Unterstützung und nochmals für Ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement, dem Stadtrat und meinen Mitarbeitern für ihre sehr gute und engagierte Arbeit! Herzlichen Dank an alle, die sich für unsere Stadt ein-bringen. Lassen Sie uns weiterhin gemeinsam beherzt die Zukunft gestalten, denn Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

Ich wünsche Ihnen ein rundum glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2018!
Ihre
Carda Seidel