Markgraf Carl Wilhelm Friedrich (Repro © Michael Vogel) Alle weiteren Fotos: Stadt Gunzenhausen

 

Vortrag, Musik und zwei Dokumentarfilme anlässlich des 260sten Todestages in der Stadt- und Schulbücherei – barocker Musikgenuss mit Kirchenmusikdirektor a. D. Alexander Serr

PM GUNZENHAUSEN – Anlässlich des 260. Todestages Carl Wilhelm Friedrichs zu Brandenburg-Ansbach drehte sich alles um den Wilden Markgrafen und sein von ihm geliebtes Gunzenhausen, das er mitunter monatelang zum Regierungssitz, also de facto zur Residenzstadt gemacht hat.
Mit einer Mischung aus kurzweiligem Vortrag von Werner Mühlhäußer und einem barocken Kammermusikquartett unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor a. D. Alexander Serr wurden den Zuhörern nicht nur historische Fakten, sondern auch zeitgeschichtlich passender Musikgenuss nahegebracht. Büchereileiterin Carolin Bayer führte in den Abend ein und betonte die gute Tradition der Ausflüge in die Stadtgeschichte wie sie Stadtarchiv und Stadt- und Schulbücherei seit Jahren regelmäßig pflegen.

„Hofkomponist“ des Markgrafenabends war Georg Philipp Telemann, der die Musikwelt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dominierte und als berühmter Komponist auch von der Hofkapelle in der markgräflichen Residenz gespielt worden ist. In seiner Triosuite A-Dur schuf der Komponist von einigen Hofdamen – womöglich auch seiner Ehefrau – kleine musikalische Porträts, die sich in ihrem musikalischen Temperament jeweils an die Persönlichkeiten der Porträtierten anlehnen.

Weiter trug das Quartett mit Alexander Serr am Spinnet, Almut Pfahler (Geige), Stefan Rohse (Cello) und Thomas Utz (Querflöte) Werke von Johann Joachim Quantz vor. Dieser war der Flötenlehrer von Friedrich II– so erläuterte Alexander Serr, der kleine Einführungen zu den Musikstücken gab.
In der Zeit der Regentschaft des Wilden Markgrafen von 1729 bis 1754 erlebte Gunzenhausen eine Blütezeit, die sich auch in dem im Jahr 2012 gedrehten Film über das Leben des Markgrafen widerspiegelt. Gezeigt wurde zudem jener Dokumentarfilm, für den Schüler des Simon-Marius-Gymnasiums den Melanchton-Preis erhalten hatten.

In Interviews mit Stadtarchivar Werner Mühlhäußer, dem Leiter der Tourist-Information Wolfgang Eckerlein, Bürgermeister Karl-Heinz Fitz und dem Nachfahren von Carl Wilhelm Friedrich, Tassilo Freiherr von Falkenhausen, erfragten die jungen Filmemacher, wie die Markgrafenzeit in die Gegenwart hinein wirkt und befassten sich mit Dokumenten und Bildnissen aus der Barockzeit.

Die von Oberstudienrat Max Pfahler angeleitete Gruppe stemmte eine glänzende Projektleistung: Drehbuch, Regie, Moderation, Kameraführung, Filmschnitt, Moderation und musikalische Vertonung.
Eröffnet wurde am Markgrafenabend eine faktenreiche Ausstellung zum Leben des Markgrafen und zu den Spuren, die er und seine Baumeister in Gunzenhausen hinterlassen haben.

Aus dem Fundus des Stadtmuseums sind in der Bücherei noch bis zum 20. Dezember Fayence-Fliesen mit Falken-Motiven, Münzen aus der Markgrafenzeit und der wertvolle Falkentaler sowie historische Pläne und Dokumente zu sehen. Für den Streifzug durch die Ausstellung gab es für die zahlreichen Besucher nach einem schön dekorierten barocken Buffet noch ausreichend Gelegenheit.