Efeu an einer Fassade sieht nicht nur dekorativ aus, es hilft auch bei der Energieeinsparung, erfuhren die Besucher des 12. Triesdorfer Energietages. Foto: photodune

 

 

Das Netzwerk „Erneuerbare Energien Westmittelfranken“ lud ein:

Energetische Sanierung von Bestandsgebäuden – Tipps für Hausbesitzer

 

TRIESDORF (an) – Werden in Deutschland die Einsparpotentiale beim Energieverbrauch durch die Sanierung von Wohngebäude-Altbauten nicht genutzt, dann können die per Gesetz festgelegten Klimaziele der Bundesrepublik nicht erreicht werden. Davon ist Prof. Dr. Andreas Ratka von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf überzeugt. Beim mittlerweile 12. Energietag in der alten Retihalle stellte er jetzt die Einsparmöglichkeiten verschiendener Sanierungsvarianten vor.

21 Prozent der verwendeteten „Endenergie“ würden hierzulande zur Wärmebereitstellung in Wohngebäuden genutzt, so der Fachmann. Dies entspräche in Etwa der bundesweit von Kraftfahrzeugen verbrauchten Energie und böte in Anbetracht des hohen Durchschnittsalters von Wohngebäuden ein enormes Einsparpotential. Bei einem durchschnittlich 40 Jahre alten Haus mit nur geringer Dämmung und veralterter Heiztechnik könnten bis zu 80 Prozent des Energiebedarfs eingespart werden. Werde dieses Potential nicht genutzt, könnten die Klimaziele nur mit anderen Maßnahmen – darunter die Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Energieerzeugung – nicht erreicht werden.

In seinem Vortrag beleuchtete der Hochschulprofessor nicht nur die unterschiedlichen Einsparpotentiale und deren Wirtschaftlichkeit. Prof. Dr. Ratka ging auch auf die aktuellen Forschungen in Triesdorf zum Thema ein. Derzeit arbeite man an Dämmstoffen aus „biogenen Reststoffen“, etwa Abfallprodukten aus der Holzverarbeitung. Diese hätten neben der Dämmwirkung den Vorteil, das zu ihrer Produktion weitaus weniger Energie nötig sei, als bei der Herstellung von konventionellen Dämmstoffen. Ein weiterer Aspekt der Forschungen seien Fassadenbegrünungen, etwa durch das klassische Efeu. Diese würden bis zu rund sieben Prozent Einsparung bei der Heizenergie bringen.

Zum Thema Heiztechnik referierte Harald Liebel, Leiter Energielösungen und Marktpartnermanagement der N-ERGIE AG aus Nürnberg. Er stellte die verschiedenen Möglichkeiten der Heizungssanierung, etwa mittels Gasbrennwerttherme, Wärmepumpe, Solarheizung oder Pelletskessel vor. Dabei ging er auch auf Vor- und Nachteile, sowie eine Betrachtung der Wirtschaftlichkeit sowie mögliche Fördermittel – auch von der N-ERGIE AG – ein. Als weitere Referenten des Triesdorfer Energietages konnte der Leiter der Landmaschinenschule, Norbert Bleisteiner als Gastgeber den Dipl.-Ing- Architekten Michael Büchler, Prof. Dr. Ing. Palph Schaidhauf sowie das Kompetenzteam „Erneuerbare Energien“ der Landmaschinenschule begrüssen. Der CSU-Landtagsabgeordnete Manuel Westphal ging zudem auf die landespolitischen Schwerpunkte der Energiepolitik ein.

 

Prof. Dr. Andeas Ratka von der Hoschschule Weihenstephan-Triesdorf stellte die Einsparmöglichkeiten durch Gebäudesanierungen vor.

Zudem informierte er über die Forschungsprojekte seiner Hochschule zum Thema Dämmstoffe.

Als Referenten konnte der Leiter der Landmaschinenschule, Norbert Bleisteiner (re) auch Harald Liebel, Leiter Energielösungen und Marktpartnermanagement der N-ERGIE AG aus Nürnberg begrüssen.

Dieser stellte unter anderem verschiedene Möglichkeiten einer Heizungssanierung vor.