Alle Fotos: © Michael Vogel

 

 

2014 noch heftiger Streitpunkt im Wahlkampf – überbeitete Planung und Ausführung gelungen

Nach gut zwei Jahren Bauzeit kann in den kommenden Tagen das neue Hochwasserpumpwerk in Betrieb genommen werden. Die Kosten betragen etwa 4,5 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für den Stauraumkanal (Fischer-, Kanal- und Maximilianstraße, Herrieder Tor und Promenade und Hochwasserpumpwerk) einschließlich kalkulatorischer Kosten und Eigenleistungen usw. liegen bei 19,9 Mio €. bei einer Trassenlänge von rund 1250 m mitten durch die Stadt!

Diese Anlage schützt die Stadt aber nicht vor katastrophalem Hochwasser. Laut dem technischen Betriebsführer der awean, Angel Corona-Guzmann: „werden die Kanäle im Innenstadtbereich schnell abgepumpt und das Wasser der Rezat zugeführt. Ist der gesamte Speicher voll und es regnet weiter und die Rezat führt Hochwasser, dann wird das nachdrückende Wasser aus der Stadt in die Rezat gepumpt. Dadurch wird die Ableitung von Niederschlagswasser aus dem bebauten Gebieten sichergestellt.“

Die Aufgabe des Pumpwerkes ist es, Fontänen an den Kanaldeckeln und vollgelaufene Keller möglichst zu  verhindern. Rückstausicherungen bei den Häusern sind trotzdem unbedingt erforderlich! Wenn das Wasser nicht mehr aus dem Kanal ausfließt, dann kann es auch nicht oberflächlich in oder zu den Gebäuden fließen. Die Einschränkung ist aber: das Regenwasser muss sehr schnell in den Kanal gelangen. Doch sind oft die Oberflächenentwässerungsanlagen zu klein dimensioniert und dort staut sich das Wasser auf und es fließt an der Oberfläche weiter.

Der tiefste Punkt des Bauwerkes liegt bei ca. 8,5 m.  Insgesamt hat das Pumpwerk ca. 300 m² Fläche und ca. 3200 m³ umbauten Raum. Die Wandstärke der vorgepressten Auslaufrohre beträgt 30 cm – das entspricht einem DIN A4 Blatt quer! Fachliche Bewertungen gehen davon aus, dass Rohre die im Vortrieb eingebaut werden, aufgrund der Rohrstärke und der relativ sanften Einbauart bis zu 100 oder 120 Jahre halten.

„Die elektronischen Bauteile und maschinellen Einrichtungen unterliegen einem höheren Verschleiß als Betonbauteile. Somit ist davon auszugehen, dass diese früher als die Betonrohre ausgetauscht werden müssen. Allerdings wird die awean auch diese Anlage entsprechend warten und pflegen, so dass der Wert möglichst lang erhalten bleiben wird“ erklärt Angel Corona-Guzmann.

Mehrere Meßeinrichtungen im Hochwasserpumpwerk, im Kanal und an der Rezat nehmen die Wasserstände auf. Je nachdem wie die hoch das Wasser ist, werden Klappen geschlossen und die Pumpen eingeschaltet. Ist kein Hochwasser in der Rezat, dann bleiben die Pumpen außer Betriebund es fallen keine Stromkosten an.

 

Fotos:
• Durch die Gittertore wird das Wasser des Kanals mit Hochdruck in die Rezat gepumpt
• Der Einstieg zur Pumpstation ist deutlich kleiner dimensioniert und fügt sich mit der Begrünung bald in die Umgebung ein
• Sechs mächtige Pumpengehäuse mit einem Durchmesser von über 1 mtr  und einer Höhe von ca. 3 mtr sind bereit für den Einsatz
• Die elektronische Steuerung ist in den nächsten Tagen fertiggestellt
• Einstieg Nordseite: die befürchtete Sichtbehinderung auf die Orangerie ist nicht gegeben
• Diese Fotomontage von Michael Vogel entstand 2014 und zeigte den Einstieg des verändert geplanten Pumpwerkes – es stimmt nahezu mit dem jetzt fertiggestellten Bauwerk überein.
• Das heftig umstrittene, nicht realisierte Gebäude.