Gespräch mit Thomas Appel, Initiator und Organisator des „Tie-Break-Turnieres“

Welcher Ort passt nicht in die Reihe? So könnte eine Quiz-Frage lauten – und einige werden dann auf Burgoberbach tippen. Falsch! Jede Antwort ist korrekt, denn in jedem dieser Orte wird erstklassiges Tennis gespielt! Zugegeben: die Zuschauerränge, die Sponsoren, die Preisgelder liegen in verschiedenen Kategorien, aber, die Spielklasse und die Leidenschaft, mit der die Damen und Herren des weißen Sports in dieses Turnier gehen ist identisch!

Zugegeben: es ist schon eine verrückte Idee gewesen, die Thomas Appel, der heutige Turnierdirektor, vor 15 Jahren hatte, ein Tennisturnier im westlichen Mittelfranken zu veranstalten. Es musste anders sein, es musste sich von allen anderen Turnieren auf den Tennisplätzen dieses Planeten unterscheiden – nur so konnte es gelingen, den damals etwas brachliegenden Tennissport zu reanimieren. Und – er hat es geschafft: mit dem Format eines „Tie-Break-Turniers“ hat er etwas Neues auf den roten Platz gebracht: Die Tie-Break-Spielweise ist sehr attraktiv für Zuschauer und Spieler. Kein Spiel dauert länger als 30 Minuten. Jeder Spieler hat 6 Matches, jede Spielerin 4 Matches zu bestreiten. Die Damen treten in 2 Gruppen à 4 Spielerinnen, die Herren in 4 Gruppen à 4 Spieler an. Es spielt jeder gegen jeden in der Gruppe, dann die jeweils Erst- und Zweitplatzierten im Viertel-/Halbfinale um den Sieger und die Dritt- und Viertplatzierten um die weiteren Plätze.

Das Konzept hat funktioniert: bereits beim ersten Turnier 2003 standen 16 Herren und 8 Damen auf dem Tennisplatz und sie waren keine No-names in der Tenniswelt. Seitdem freuen sich Ivo Klec, Daniel Uhlig, Franceso Picco, Marcel Strickroth, Louis Donczyk, Wolfi Wenus, Tobias Dankl, Fabian Grötsch, Patrick Schmitt, Pascal Ehrmann, Ferdinand Guggenmos, Patrick Hofmann, Klaus Moser, Natali Gumbrecht, Nina Zander, Jainy Schepens, Katharina Maier, Julie Prantl, Nathalie Köstler und ganz aktuell, Lara Schmidt und Daniel Köllerer auf die knapp 1000 Zuschauer, die sie an einem Samstag im September bejubeln.

Was ist das Faszinierende dieses Turniers? Sicherlich das sportliche Konzept, vor allem aber, die Familiarität, davon ist Thomas Appel überzeugt. Bei kaum einem anderen Turnier ist man den Spielern so nah, bei kaum einem anderen Turnier kennt sich das Team auf und hinter dem Platz beim Vornamen, bei kaum einem anderen Turnier ist man von der Auslosung der Paarungen bis zur Siegerparty zusammen: die Spieler, die Organisatoren, die Fans …

Und natürlich die Helfer und die Sponsoren! Dieses Turnier wäre ohne die Unterstützung von ca. 40 ehrenamtlichen Helfern nicht möglich. Bereits Tage zuvor hängen die To-do-Listen im Sportheim aus und in allen Aufgabenfeldern sind Namen eingetragen. Da ist es egal ob man zum Putzteam, zum Getränkeausschank oder zum Kartenverkauf eingeteilt ist – man ist Teil des großen Teams des Tie-Break-Turniers!

Dieses Turnier wäre ohne die Sponsoren nicht möglich. Da geht es nicht immer nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um viele Sachleistungen: der Shuttle- Service wird von der Fahrschule Eff in Ansbach organisiert, das ‚Spielerhotel’ ist seit Jahren der Bergwirt in Herrieden, die Getränke werden von der Landwehrbräu in Reichelshofen gestellt usw … und die vielen Preise, die mit der Eintrittskarte verlost werden, stammen auch alle aus der Region: der lokale Metzger spendiert ein halbes Schwein, der befreundete Chefkoch Christian Brieske stellt sich zur Verfügung und kocht für 10 Personen oder sponsert einen Kochkurs und … familiär eben, in Burgoberbach! Nichtsdestotrotz sind auch Kosten zu tragen, zu deren Höhe Thomas Appel aber nicht viel verrät, außer, dass der Betrag 5stellig ist … damit sagt der gelernte Banker viel und wenig zugleich.

Für ihn, als ehemaligen leidenschaftlichen Tennisspieler, zählt, dass der Funke und die Lust am Tennisspiel wieder entfacht wird. In Burgoberbach hat das wunderbar geklappt. Kaum eine Tennisabteilung, die ca. 300 Mitglieder zählt, hat knapp ein Drittel Kinder und Jugendliche. Die 4 Plätze des Vereins sind nicht nur während der Tennisschule ausgebucht, sondern auch zu fast jedem anderen Termin.

Also, alles richtig gemacht – CHAPEAU!!!