Bei den Gedenkfeierlichkeiten anlässlich des 73. Jahrestages des Massakers von Oradour-sur-Glane am 10. Juni 1944 hatte Bezirkstagspräsident Richard Bartsch die Gelegenheit, den neuen französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron (Mitte) kennenzulernen. Robert Hébras (rechts) ist der letzte Überlebende des Massakers, vor Ort auch der Präsident der Nationalen Vereinigung der Märtyrerfamilien, Claude Milord, (hintere Reihe, links), Gerda Hasselfeldt, MdB, die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, der Bürgermeister von Oradur-sur-Glane Philippe Lacroix (vorne, 2.v.r.) und Generalkonsul Wilfried Krug (hintere Reihe, rechts). Foto: Bezirk Mittelfranken

 

Delegation aus Mittelfranken nahm an Gedenkfeier in Oradour teil

Ansbach/Nouvelle-Aquitaine – Im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft unternahmen Bezirkstagspräsident Richard Bartsch, seine Stellvertreterin Christa Naaß und der Beauftragte für Jugend und Sport, Bezirksrat Peter Daniel Forster, Anfang Juni eine Fahrt nach Frankreich in die mittelfränkische Partnerregion Nouvelle-Aquitaine. Höhepunkt der Reise war ein Zusammentreffen mit dem neuen französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron bei der Gedenkfeier zum 73. Jahrestag des Massakers von Oradour-sur-Glane.

Erste Station des viertägigen Arbeitsbesuches war Anglet. Dort standen unter anderem Gespräche mit Bürgermeister Claude Olive, seinem Stellvertreter Jean-Michel Barate und weiteren Vertretern der Kommune im Rathaus an. Seit 49 Jahren pflegt der rund 38.000-Einwohner-Ort an der Atlantikküste eine Städtepartnerschaft mit Ansbach, der Hauptstadt des Regie-rungsbezirks Mittelfranken.

Nach einer Verwaltungsreform in Frankreich im letzten Jahr ging die Region Limousin, bis dahin Partnerregion des Bezirks Mittelfranken, in der neuen Großregion Nouvelle-Aquitaine auf. Somit ist die Verbindung von Ansbach und Anglet die 34. kommunale Partnerschaft zwischen Mittelfranken und Nouvelle-Aquitaine. In Bordeaux, der Hauptstadt der Region Nouvelle-Aquitaine, tauschte sich die mittelfränkische Delegation bei einem Arbeitsgespräch mit Vertretern des Regionalrates aus.

Am vorletzten Tag der Reise stand ein Treffen auf Einladung des Präsidenten Pascal Coste im Haus des Départements Corrèze, das seit 23 Jahren mit dem Bezirk Mittelfranken partnerschaftlich verbunden ist, an. Später nahmen die mittelfränkischen Gäste in Tulle an der Gedenkfeier aus Anlass des dort am 9. Juni 1944 von der Waffen-SS begangenen Massakers teil. Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und der deutsche Generalkonsul Wilfried Krug, der die mittelfränkische Delegation begleitete, legten unter anderem im Beisein von Francois Hollande, dem früheren französischen Staatspräsidenten, einen Kranz nieder.

Bewegende Momente gab es auch tags darauf in Oradour, bei dem dortigen Gedenken an ein weiteres von deutschen Soldaten verübtes Massaker. Am 10. Juni 1944 hatten in dem Ort im Département Haute-Vienne Mitglieder der Waffen-SS 642 Frauen, Männer und Kinder ermordet. Nur sechs Dorfbewohner überlebten, darunter Robert Hébras, der als Ehrengast an der Gedenkfeier teilnahm.

Insgesamt hat die mittelfränkische Delegation die Fahrt nach Frankreich als überaus gelungen wahrgenommen. „Wir stießen überall auf sehr viel Offenheit, unsere Verbindung weiter auszubauen“, so Bezirkstagspräsident Richard Bartsch.

Bei der Gedenkfeier in Tulle aus Anlass des dort am 9. Juni 1944 von der Waffen-SS begangenen Massakers legten Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und der deutsche Generalkonsul Wilfried Krug (rechts) einen Kranz nieder.

Bürgermeister Claude Olive von Anglet begrüßt die Delegation aus Ansbach mit einer Ansprache und hob die Bedeutung der französich-deutschen Freundschaft hervor. Von links: Bezirksrat Peter Forster, Stellvertreterin des Bezirkstagspräsidenten Christa Naaß, Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und Bürgermeister Claude Olive. Foto: Bezirk Mittelfranken