Fotomontage: © Michael Vogel

 

Klaus Dieter Breitschwert wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen

 

Ein bisschen Nostalgie schwingt schon mit, wenn Klaus Dieter Breitschwert auf sein (politisches) Leben zurückblickt. 1943 als Sohn einer Unternehmerfamilie in Ansbach geboren war es ihm vorbestimmt, in die Fußstapfen seines Vater zu treten und das seit 1945 bestehende Autohaus in der Rezatstadt zu führen. 1976 übernahm er – zusammen mit seinem Bruder Karl Heinz – die Führung des Familienunternehmens.

Bereits wenige Jahre vorher, 1972, wurde er in den Ansbacher Stadtrat gewählt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Klaus Dieter zwar ein politisch interessierter, aber noch keine politisch engagierter Mensch. Die Ausbildung, Familie und die Arbeit im Autohaus füllten den Alltag bereits gut aus.

Seinem politischen Talent verdankt er es, dass er 41 Jahre (bis 2013 !!) im Stadtrat der Residenzstadt saß. 1978 verantwortete er das beste Ergebnis, das je eine CSU-Fraktion im 40köpigen Gremium bis heute halten sollte – 22 Sitze, das heißt, die absolute Mehrheit und ein CSU-Oberbürgermeister, Dr. Ernst-Günther Zumach, leiteten die Geschicke der Stadt. Von 1978 bis 1990 unterstützte Klaus Dieter Breitschwert als Bürgermeister den Amtsinhaber und hätte ihn auch gerne bei der Wahl 1990 beerbt. 211 Stimmen, sprich 0,9 %, blieben ihm aber verwehrt und so ging der Stadtschlüssel in die Hände von Ralf Felber über.

Eigentlich ein Glücksfall – im Nachhinein betrachtet – denn dank dieser Entscheidung kandidierte Klaus Dieter Breitschwert für den Landtag. Von 1992 bis 2013 war er zuerst als Listenkandidat und später als Stimmkreisabgeordneter für die Stadt und den Stimmkreis Ansbach-Nord in München tätig.

In vielen Gremien – unter anderem im Medienrat – konnte er weitaus mehr für seine Heimatstadt und die Region bewirken, als wenn er ‚nur’ OB von Ansbach gewesen wäre. In seiner Legislaturperiode fallen wichtigen Entscheidungen – für die Hochschule Ansbach, für die vier mittelfränkischen S-Bahn-Linien, für die Novellierung des Bayerischen Mediengesetzes, für die drei Gefängnisstandorte in Nürnberg, Lichtenau und Ansbach, für … . Die Liste könnte man noch fortführen, aber das möchte Klaus Dieter Breitschwert nicht. „Der Erfolg ist immer einem Team zu verdanken“, keiner kann diese komplexen Herausforderungen alleine meistern, „und dies will ich von mir auch nicht behaupten“. Und es waren wichtige Entscheidungen, die damals in München für die Stärkung Westmittelfrankens getroffen wurden.

1996 kehrt Klaus Dieter Breitschwert wieder auf die politische Bühne in Ansbach als Bürgermeister zurück. Dabei steht er seinem ehemaligen Kontrahenten und mittlerweile Freund, Ralf Felber, bis 2008 als Bürgermeister zu Seite. Es war die Zeit der „Großen Koalition“, CSU und SPD regierten 12 Jahre lang in Ansbach.

Die Zeiten ändern sich. Ansbach wählt 2008 OB Ralf Felber ab und damit wird Klaus Dieter Breitschwert vom Bürgermeister, ein Amt, das er insgesamt 12 Jahre innehatte, zum Stadtratsmitglied, ein Mandat, das er 2013 niederlegte. Im selben Jahr beschließt er auch, nicht mehr für den Landtag zu kandidieren.

Würde man die ‚politischen Jahre’ von Klaus Dieter Breitschwert addieren, kämen 86 Jahre zusammen – ein Alter, von dem der rüstige Siebziger noch weit entfernt ist. Klar, gab es mehrere Jahre lang politische Parallelen, als Stadtrat, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter, aber in Summe ist es ein enormes politisches Potential und Engagement über 4 Jahrzehnte lang. Sein Credo: „Die Bürger wollen nicht wissen, warum etwas nicht funktioniert, oder welche Schwierigkeiten es zu überwinden gilt, sondern sie wollen, dass man an Lösungen arbeitet und sich dafür einsetzt. Dabei dürfen auch keine falschen Hoffnungen geweckt werden – manchmal sprechen handfeste Gründe gegen ein Projekt oder eine Entwicklung. Es darf aber nie am Willen der politisch Handelnden scheitern!“.

Wie sieht das Leben des Klaus Dieter Breitschwert nach der Politik aus?
Ganz lassen kann er das Politisieren nicht, aber die Ebenen seines Engagements sind jetzt andere. Hauptsächlich verantwortlich zeichnet er noch bis zum Herbst diesen Jahres im Verband des Kraftfahrzeuggewerbes auf Landes- und Bundesebene. Dieses Amt nimmt ihn auch sehr in Beschlag, gilt es doch, für die Belange und die Forderungen von vielen mittelständischen Unternehmen der Automobilwirtschaft zu kämpfen.

In seiner Heimatstadt Ansbach ist er in vielen Vereinen und Verbänden ein gern gesehener Gast, vor allem im ‚Haus der Volksbildung’, heute ‚Theater Ansbach’ das er 26 Jahre lang als Aufsichtsratsvorsitzender leitete.

Aber vor allem genießt Klaus Dieter Breitschwert seine ‚Freiheit’. Am Wochenende per Rad unterwegs zu sein, Freunde einzuladen und zu kochen und – vor allem – in die Partnerstadt Anglet zu reisen. Dort hat er seit Mitte der 80er Jahre ein kleines Appartement und genießt immer mehr die Aufenthalte in der Stadt am Atlantik und im Baskenland.

Für sein „herausragendes Engagement für die Allgemeinheit, auf kommunaler und landespolitischer Ebene sowie im kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich“ wurde Klaus Dieter Breitschwert vor einigen Tagen die hohe Auszeichnung des Bundespräsidenten, das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“, verliehen. Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen noch viele gesunde und interessante Jahre!