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Im Gespräch mit Hermann Lennert, Dienststellenleiter der Kriminalpolizeiinspektion Ansbach (KPI)

 

Alles begann bei der Polizeiinspektion in Ansbach, wo er in den 70er Jahren mit einem Praktikum startete.

Nach der Polizeiausbildung kam er gleich zum Bayerischen Landeskriminalamt nach München – 10 Jahre später wechselte er zur Kriminalpolizei nach Nürnberg in den Bereich „Organisierte Kriminalität“. Ein absolut spannendes und aufregendes Tätigkeitsfeld.

Seit 2005 leitet Hermann Lennert die KPI in Ansbach. Er schätzt die Arbeit fernab der großstädtischen Brennpunkte. Gleichwohl betont er, dass es auch hier nicht so friedlich ist, wie vermutet. „Wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligen“, ist sein Statement und erinnert in diesem Zusammenhang an den Amoklauf am Carolinum und an den Anschlag bei „Ansbach open“.

Es wäre jedoch falsch, ein Gefühl der Unsicherheit zu erwecken. Keineswegs, es ist dies der ganz normale Alltag mit all seinen Problemfeldern. Da die KPI für ein sehr großes Gebiet zuständig ist, von Neustadt/Aisch bis Weißenburg, kommt auf dieser Fläche auch viel zusammen.

Einige Entwicklungen betrachtet er allerdings mit Sorge: So ist die enorme Zunahme des Konsums von Kräutermischungen sehr bedenklich. Trotz aktiver Präventions- und Aufklärungsarbeit, unter anderem auch mit einem Videoclip in Zusammenarbeit mit der Hochschule Ansbach, ist die Zahl der jungen Menschen enorm hoch, die der Versuchung nicht wiederstehen können und die fatalen, auch tödlichen, Folgen völlig unterschätzen.

Ebenso unbedarft gehen immer wieder Kinder und Jugendliche mit den sozialen Medien um, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass sie manchmal sogar Straftaten damit begehen, die nicht selten ihr ganzes Leben beeinflussen. Cyberkriminalität ist, laut Lennert, die große Herausforderung für die Kriminalpolizei. Das wurde nun auch auf politischer Ebene erkannt und mit der Ausbildung von „Cybercops“ und der Einrichtung von Cybercrime-Kommissariaten entgegengewirkt.

Keine Entwarnung kann Lennert für den Bereich Einbruch-Diebstahl geben. Gerade in den ländlichen Regionen und an Orten, wo die Anbindung zu überregionalen Straßen und Autobahnen recht günstig ist, wird es immer potentielle Ziele für kriminelle Banden geben. In diesem Bereich wurden sowohl von der Polizei viel Präventionsarbeit aber auch von Bürgerseite hohe Investitionen zum Absichern des Eigentums geleistet.

Er könnte noch lang erzählen von der Polizeiarbeit, denn sie verlangt eine hohe Leistungsbereitschaft und absolute Professionalität von den Beamten. Nur im Team kann man erfolgreich sein und auf sein Team von insgesamt 80 Kolleginnen und Kollegen kann sich Hermann Lennert immer verlassen! „Das ist im Einsatz überlebenswichtig“, sagt Lennert, und guckt auf seine neue Schutzweste die er soeben bekommen hat: „hoffentlich muss ich die nicht mehr oft einsetzen“. Das wünschen wir ihm und seinem Team!