alle Fotos: © Michael Vogel

 

… für die Kammerspiele Ansbach!“

Mit diesem Satz kann man das Gespräch  mit Sonny, alias Wolfgang Sonnenleitner, zusammenfassen.

Alles begann 1992, nach dem ‚Geburtsjahr‘ der Ansbacher Kammerspiele. Man war auf der Suche nach dem richtigen Mann für das Management der neuen Kulturbühne und Sonny wurde gefragt: „Du hast doch auch a weng a Ahnung von Musik, oder?“ Klar hatte er das und darüber hinaus noch richtig Lust auf die Herausforderung. Der ehemalige BWLer machte gerade eine schwierige persönliche Phase durch und war auf der Suche nach einer interessanten und spannenden Aufgabe.

Und die hat er dann auch bekommen. Galt es doch, die Kammerspiele in der Kulturszene Ansbachs und der Region publik zu machen und zu füllen. Nicht immer eine leichte Angelegenheit, aber der ‚Hunger‘ der Ansbacher nach Kabarett, Kleinkunst und Musik war damals schier unersättlich. Man hatte meist volles Haus und traute sich auch, Künstler zu verpflichten, die noch nicht so stark im Rampenlicht standen.

Einer, der definitiv nie im Rampenlicht stehen wollte und will ist Sonny. Die ‚gute Seele‘, der ‚Mann für Alles‘ oder – mittlerweile – die ‚graue Eminenz im Hintergrund‘ freut sich viel mehr, wenn sich die Künstler, die er gerade auf der Bühne erlebt, in den Kammerspielen wohl fühlen und beim Publikum ankommen. „Für mich ist jeder Künstler ein Gast und so behandle ich ihn auch“, so beschreibt Sonny die Gastfreundschaft des Kulturvereines. „Wenn sich jemand bei uns wohl fühlt, gibt er auf der Bühne alles“, so sein Fazit.

Die Künstler, landauf, landab, wissen, was sie an Sonny haben. Nach ersten Kontaktaufnahmen bei der Kulturbörse in Freiburg und vor allem nach Auftritten in der ‚Kammer‘ sind viele Freundschaften entstanden, die mittlerweile schon Jahrzehnte andauern. Manch einer hat auf der Bühne der Kammerspiele seine Karriere begonnen, oder, bei seiner Abschiedstournee die Kammerspiele fest eingeplant. So kam auch das Publikum in den Genuss vieler eindrucksvoller Abende, die nicht so selbstverständlich sind für eine Stadt in der Größe Ansbachs. Sonny denkt immer noch an Konzerte z.B. mit Giora Feidmann und kriegt heute noch Gänsehaut, wenn er davon spricht.

Vieles hat sich in den letzten 25 Jahren geändert. Die kulturellen Angebote in Stadt und Landkreis Ansbach haben sich vervielfacht, die Konkurrenz durch TV und neue Medien wird immer stärker und diese Entwicklung macht auch vor den Kammerspielen nicht Halt. Vieles ist aber auch gleich geblieben. Das ehrenamtliche Engagement der über 2400 Mitglieder der Ansbacher Kammerspiele und das ‚Brennen‘ für diesen Verein. Ohne deren Hilfe wären die 10 bis 15 Veranstaltungen pro Monat überhaupt nicht zu stemmen! Das weiß Sonny auch und ist unendlich dankbar für diese grandiose Unterstützung. Wenn man bedenkt, das seit der Eröffnung mehr als 2500 Veranstaltungen stattgefunden haben, muss man keine Betriebswirtschaftler sein um zu wissen, dass diese Kontinuität und Qualität nur gestemmt werden kann, wenn viele helfende, unentgeltlich arbeitende Hände vorhanden sind.

Um ein zu geringes Angebot müssen sich die Kammerspiele keine Sorgen machen. 9 von 10 Künstler fragen an, ob sie auftreten dürfen und Sonny wäre nicht Sonny wenn er nicht (meistens) zusagt, auch wenn er in der Woche schon mehrere Abendveranstaltungen hat. Rückendeckung erhält er vom Veranstaltungsteam, mit dem er das Jahresprogramm eng abstimmt. Dabei wird auch immer darauf geachtet, das gut ein Drittel der Künstler aus der Region kommen. „Wir haben hier so tolle und vielseitige Künstler, die müssen wir einfach unterstützen“, so Sonny, denn „es macht richtig Spaß zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln.“

Jeder Spaß kann auch in Arbeit ausarten und das geschieht immer in der Saison von September bis April. Wenn Sonny dann ‚übermenscht‘ ist oder tatsächlich mal Urlaub hat, setzt er sich auf’s Fahrrad und fährt durch unsere wunderschöne Region. Oder er kümmert sich um seine reichhaltige LP und CD-Sammlung und hört die Musik, mit der der groß geworden ist – die großen Musiker der 60er und 70er Jahre erklingen dann. Oder er kocht und genießt im Kreise seiner besten Freunde einen „Spieleabend“. Oder er radelt nach Nürnberg und besucht seine Tochter – die für ihn das Wichtigste ist. Auf jeden Fall hat er nach der Urlaubszeit wieder Lust und Spaß am Saisonstart und freut sich auf seine Arbeit in den Ansbacher Kammerspielen. Möge diese Flamme für die Kultur bei Sonny noch langen brennen …