Fotos: © Michael Vogel, Ansbach

 

Ein Kindheitstraum wird wahr …

Weißer Rauch steigt in Ansbach auf: „Habemus Cantorem“, klingt es aus dem Büro von Viva Voce, „der Nachfolger für MaTe wurde gefunden!“ Aus 80 Bewerbungen hat das Voce-Team 15 Kandidaten zum Casting eingeladen. Schließlich fiel die einstimmige Entscheidung der Jury auf Matthias Hofmann (MH). Er ist ab Herbst 2017 der NEUE bei Viva Voce!

Thomas Schimm (TS), Manager der A cappella Band, ist glücklich: „Alle Bewerber waren Profi-Musiker. Da mussten wir nicht prüfen, ob er vom Blatt singen und den Ton halten kann. Für uns war es enorm wichtig, dass der Neue von seiner Persönlichkeit her zu uns passt. Wir wollten den Menschen hinter der Stimme kennenlernen und die Energie im Raum spüren. Wir sind sehr viel unterwegs und verbringen viel Zeit miteinander. Da müssen wir nicht nur stimmlich zueinander passen, sondern vor allem menschlich!“

 

Wer ist Matthias Hofmann?
1983 in Feuchtwangen geboren, besucht er das dortige Gymnasium. Danach folgte das Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, das er als ‚Bachelor of Music, Vocal Performance‘, 2013 abschloss. Seitdem ist er als Gesangslehrer, und Geschäftsführer der ‚Stimmburg‘ in Passau selbständig tätig.

Seit wann kennst du Viva Voce?
MH: Schon lange! Als Mittelfranke kennt man Viva Voce. Zum ersten Mal habe ich sie bei einem Konzert im ‚Kasten‘ in Feuchtwangen erlebt.

Wie hast du erfahren, dass Viva Voce einen neuen Sänger sucht?
MH: Ich bin ein fleißiger Leser des Viva Voce – Newsletter und verfolge seit Jahren sehr interessiert die Entwicklung der Band. Tja, und da stand eben drin, dass ein neuer Sänger gesucht wird.
TS: Erwähnen will ich, dass sich Matthias bereits vor acht Jahren, also noch vor seinem Studium, bei uns gemeldet hatte, als wir für mich einen Nachfolger gesucht haben. Er hat in seiner jetzigen Bewerbung auch sinngemäß geschrieben: ‚Denkt mal an mich‘. Daraufhin habe ich mir die alten Unterlagen durchgeguckt und festgestellt, dass er damals schon extrem gut abgeschnitten hatte. Wir haben uns vor acht Jahren für MaTe entschieden. Jetzt aber ist die Zeit für Matthias gekommen!

Wie lief das Casting ab?
MH: Wir haben Lieder zugesandt bekommen, die wir vorbereiten konnten. Da waren Songs aus dem Kirchenprogramm, modernere, poppige Stücke dabei und eine Soloeinlage. Aber eigentlich haben wir eine Stunde lang zusammen gesungen, uns unterhalten und Spaß gehabt. Es war wohl im Hintergrund ein Casting, aber auch mich hat es nicht so gewirkt, es war einfach ‚miteinander singen‘!
TS: Ich war bei diesem Casting leider nicht dabei, aber die Voces waren unisono sehr angetan von Matthias und hatten bei ihm ein sehr gutes Gefühl, die Wellenlänge hat gepasst.

Welche Chancen hast du dir ausgerechnet?
MH: Tja, mein Kopf meldet sich immer zuerst und stapelt tief: „Jetzt verrenn dich mal nicht, erst mal abwarten, was passiert. Man könnte ja auch enttäuscht werden.“ Mein Bauchgefühl war sehr gut. „Es war eine gute Stunde“, hat es gesagt!

Was war deine erste Reaktion nach der Entscheidung für dich?
MH: Ich übe, mich zu freuen und zu feiern – das ist nicht so einfach. Ja, ich habe einen Luftsprung gemacht, mich riesig gefreut, ein paar Leute angerufen und ein paar Tage später eine kleine Viva Voce-Party (leider ohne Viva Voce) gefeiert. Das war toll!

Du hast gesagt, „ein Kindheitstraum wird wahr“ – bezieht sich diese Aussage auf die Voces oder auf das „Singen in einer A capella Band“ allgemein?
MH: Ja, ich könnte jetzt sagen, dass es mein Traum war, bei Viva Voce zu singen. Es ist schon so, dass man als Musiker davon träumt, auch mal von der Musik leben zu können. Das, was man am liebsten und am besten kann, diese Gabe, die einem in die Wiege gelegt wurde auch zum Beruf machen zu können. Klar, als Musiklehrer kann man immer arbeiten und ich mache das in der „Stimmburg“ auch sehr gerne und es macht mir Spaß. Aber, selber auf der Bühne zu stehen, zu singen … das ist schon eine andere ‚Baustelle‘!

Was bedeutet Musik für dich?
MH: Sie ist ein großer Teil von mir. Sie begleitet mich schon mein Leben lang. Als kleiner Junge, ich konnte noch nicht mal laufen, bin ich neben dem Plattenspieler gesessen und habe den Rhythmus nachgemacht. Da hat meine Mutter schon gesagt: der macht was mit Musik! Ich war auch immer am Klavier ‚zuhause‘ und dann kam noch Gitarre dazu, autodidaktisch.

Welche Musikrichtung magst du?
MH: Für mich hat Musik viel mit Stimmung zu tun. Manchmal passt klassische Musik – aber nicht immer. Es gibt keine spezielle Richtung. Es ist eine Frage des Gemüts, dessen was mich gerade inspiriert. Ich mag Musik, die authentisch ist, die zur Situation passt. Ich finde Stimmen wie Whitney Houston, Amy Whinehouse oder Christine Aguilera fantastisch und ich würde auch sehr gerne diese Bandbreite abdecken können. Diese Musik geht ganz tief rein.

Als Gesangslehrer ist man ja auch Vorbild für seine Schüler. Gibt es unter ihnen musikalische Talente oder ist alles harte Arbeit?
MH: Ich sehe mich selten als Lehrer, eher als Berater, als musikalischer Begleiter, der das Talent der Schüler fordern und fördern möchte. Eine meiner Schülerinnen war als Finalistin bei den ‚Popstars‘ dabei – das macht mich dann auch ein bisschen stolz.

Wie geht es mit der „Stimmburg“ weiter, wenn du mit den Voces über 100 Konzerte im Jahr bestreiten musst?
MH: Das ist noch eine Herausforderung. Das wird sich in den nächsten Wochen noch klären. Da muss man entweder Abstriche machen oder jemanden noch mit ins Boot holen. Eventuell unterstützt mich ein Kollege oder, ich reaktiviere wieder mein Angebot über skype-Singstunden. Aber das ist nicht eher unrealistisch, denn zum Singen gehört mehr als nur die Stimme, ich möchte Haltung, Stimmung, Performance auch sehen.

Jetzt heißt es erst einmal Songs, Arrangements und Choreographie üben. Wie sieht der zeitliche Ablauf aus? Wann steht Matthias Hofmann zum ersten Mal auf der Voce-Bühne?
MH: Ja, ab sofort geht’s los! Es gibt wirklich viel zu arbeiten. Am 2. September, 17 Uhr, gibt es ein Picknickkonzert in Großhabersdorf. Da bin ich zum ersten Mal dabei. Dann wird es ernst!
TS: Bei aller Euphorie für Matthias möchten wir uns auch gebührend von MaTe verabschieden. Wir haben ihm viele wunderbare Jahre und Konzerte zu verdanken. Das wird auch für uns ein neuer Abschnitt. MaTe’s letzter Auftritt ist am 15. Juli in Scheinfeld, dann kommt die Zäsur der Sommerpause und im Herbst starten wir mit neuem Schwung und neuem Sänger wieder durch.

Was überwiegt: Respekt oder Freude vor der neuen Aufgabe?
MH: Beides, ich habe schon Respekt vor dieser neuen Herausforderung, das sollte aber nicht dazu führen, dass man sich ausbremst und ich freue mich aber schon riesig, ein Teil von Viva Voce zu werden.

Gibt es von Matthias Hofmann auch Eigenkompositionen?
MH: Ja, ich habe schon einiges im komponiert und würde das auch gerne einbringen. Voraussetzung ist aber, dass es eine einstimmige Team-Entscheidung ist. Wir müssen alle Lust auf den Song haben, denn nur dann fühlt es sich gut an. Aber, das hat noch Zeit.

Was macht Matthias Hofmann wenn er nicht singt?
MH: Ich gehe gerne mit meinem Hund spazieren – das ist eine absolute Lebensbereicherung. Man geht raus, man entschleunigt. Und ich koche sehr gerne, mit oder ohne Freunde. Ich bin eher der genügsame Mensch, habe keine ‚fancy hobbies‘. Wenn ich wirklich Lust und Zeit habe, schraube ich an meinem Oldtimer. Da kann ich so richtig entspannen!

Vielen Dank für das informative Gespräch und guten Start bei Viva Voce!