von links: Dr. Hermann Schröter, Dr. Markus Bucka  Fotos: Archiv und EHV

 

Den „Tag des Arztes“ …

… haben wir zum Anlass genommen, um ein Gespräch mit den beiden Notärzten Dr. Markus Bucka und Dr. Hermann Schröter zu führen.

Kleine Jungs haben viele Berufswünsche: Feuerwehrmann, Pilot, Polizist oder gar Baggerfahrer… Beide Ärzte habe ihre Berufswahl erst recht spät getroffen und jeweils nach einem prägenden Erlebnis.

Dr. Bucka war als 8jähriger nach einem Sturz vom Pferd selbst Patient und ganz fasziniert von den herannahenden Rettungssanitätern. So war es nur folgerichtig, dass er seinen Zivildienst beim Roten Kreuz absolvierte. Bei einem seiner ersten Zivildienst-Einsätze als Sanitäter entschied Dr. Schröter, dass er als Rettungsarzt auch mit dem Hubschrauber unterwegs sein möchte.

Beide erfüllten sich nach dem Medizinstudium den Wunsch, als Notarzt im Einsatz zu sein und das sind sie nun schon seit mehr als 20 Jahren. Dr. Schröter startet in Sinnbronn und Dr. Bucka in Nürnberg zu den Rettungseinsätzen in der Region. Die haben es manchmal in sich, zum Beispiel, wenn es um verletzte Kinder geht. Beide bezeichnen sich in solchen Situationen als ruhig, gelassen, konzentriert. Manche mögen es auch gefühlskalt empfinden, aber nur wenn man die eigene Betroffenheit unterdrückt und einen ‚kühlen Kopf bewahrt‘, können lebensrettende, rasche Entscheidungen getroffen werden.

Wichtig für die weitere Behandlung der Verletzten ist eine reibungslos funktionierende Rettungskette und die rechtzeitige Einlieferung in eine Klinik zur Untersuchung und Weiterbehandlung. Da sehen beide Notärzte noch Verbesserungsbedarf. Auch wenn sie sich dessen bewusst sind, dass wir in unserer Region, im Vergleich zu weiteren Gebieten auch in Deutschland, eine quantitativ gute Versorgungssituation haben, können die gesetzlich vorgeschriebenen Rettungszeiten von 12 min nicht überall in der Region gewährleistet werden.“ Wir haben tatsächlich ‚weiße Flecken‘, so Dr. Schröter, die wir auch aus infrastrukturellen Gründen nicht im optimalen Zeitfenster erreichen können“. „Da hilft auch das Rasen mit Blaulicht nichts“., ergänzt Dr. Bucka.

Sie machen beide ihren ‚Job‘ sehr gerne, stellt er sie doch bei jedem Einsatz vor neue Herausforderungen. „Wenn man nicht die Motivation hätte, Menschen helfen zu wollen, würde man sich diesen Dienst nicht antun“, so Markus Bucka. Das Weltbild des Arztes (und auch des Notarztes) hat sich gewandelt, das reine Patientenwohl wird von Regulierungen und Budgetierungen, Dokumentationspflicht und Bürokratismus immer mehr in den Hintergrund gedrängt. „Zahlen bestimmen den medizinischen Alltag“, so das nüchterne Fazit von Dr. Schröter. Es wäre wünschenswert, dass in der Gesundheitsversorgung die Ärzte und nicht die Betriebswirtschaftler das Sagen hätten, darin sind sich beide Ärzte einig!

Zahlen sind auch ausschlaggebend für den ärztlichen Nachwuchs. Es scheitert nicht immer nur am hohen NC, sondern viel mehr an den zu wenigen Studienplätzen für angehende Mediziner an den deutschen Universitäten und den danach folgenden Karriereschritten. Nicht wenige in Deutschland ausgebildete Ärzte sucht ihr Wirkungsfeld im europäischen Ausland oder gehen gar nach Übersee oder Kanada, um dort ihre Work-Life-Balance zu finden.

Dennoch würden Dr. Bucka und Dr. Schröter denselben Weg wieder einschlagen und raten es auch jedem jungen Menschen, der sich diesen Beruf für seine Zukunft vorstellen kann.

Was wünschen sich die beiden Mediziner zum Schluss? Einstimmig: eine bessere Vernetzung zwischen den ambulanten und stationären Akteuren in unserer Region sowie eine umfassende und durchgängige Verfügbarkeit der CT- und Linksherzkatheter-Bereitschaft zum Wohle der Patienten.

Wir danken für das informative Gespräche wünschen den beiden (Not)ärzten auch weiterhin viel Leidenschaft für ihren unermüdlichen Einsatz!

DANKE dafür!!!!!