Gespräch mit Claudia Kucharski vom Theater „Kopfüber“ zum Kinder- und Jugendtheatertag

„In unserer Gesellschaft ist alles ‚dem Alter angemessen‘: die Lehrpläne, die Anforderungen, die Mode … warum nicht auch das Theater?“ Mit dieser fast philosophischen Frage hat sich Claudia Kucharski schon lange beschäftigt. Die aus Polen stammende, gelernte Kostüm- und Bühnenbildnerin, lebt seit Jahrzehnten für das Theater. Seit 1989 in Deutschland, hat sie in verschiedenen Ensembles und Theatern mitgearbeitet mitspielt oder Workshops geleitet, so auch beim viel zu früh verstorbenen Christoph Schlingensief in Bayreuth.

2005 kommt sie nach Ansbach und erfüllt sich einen Traum: ein eigenes kleines Theater für Kinder, Jugendliche (und Erwachsene). Sie startet mit dem Stück „Kaspar Hauser“, das sie immer noch spielt. Viele weitere Produktionen sind seitdem entstanden, immer wieder mit anderen Kollegen und Regisseuren. „Jedes Stück ist eine neue Herausforderung. Ich möchte Geschichten erzählen, die etwas mit uns machen, die im Leben „zu gebrauchen sind“ um einen Ausweg zu finden oder zu suchen oder die Vielfallt der Auswege zeigen. Für mich zählt das harmonische Zusammenspiel von Raum, Licht, Musik und Text.“ Die ‚Einheit der Idee‘ will Claudia Kucharski erlebbar machen und dabei sind Kinder ein sehr feines aber auch kritisches Publikum. Sehr schnell merkt man, ob ‚der Funke überspringt‘, oder nicht.

Für Ihre jungen Zuschauern gibt sie im Theater „Kopfüber“ einen ‚geschützten Raum‘, in dem sie ihrer Phantasie, ihren Empfindungen, ihren Reaktionen freien Lauf lassen können. Sie möchte die Kinder aus dem medialen Alltag heraus und ins Theater locken damit sie sich dort frei, ungezwungen und offen bewegen können.

„Mehr ins Theater gehen“, ist daher ihr dringender Appell. Natürlich geht sie auch aus dem Theater raus und spielt im Museumshof oder in Klassenzimmern, Kindergärten vor dem jugendlichen Publikum, aber eigentlich möchte sie den Wert des Theaters (auch des Kindertheaters), losgelöst aus der gewohnten Umgebung, als Bereicherung für die eigene Persönlichkeitsentwicklung gewürdigt wissen, als Auszeit zum Nachdenken, Träumen, Lachen, es sich gut gehen lassen. Dafür setzt sich die dreifache Mama und zweifache Oma unermüdlich und engagiert ein. „Vielleicht möchte ich damit auch ‚das Kind in mir‘ so lange wie möglich erhalten, aber das sollten wir alle tun“ sagt Claudia Kucharski und ist schon wieder auf dem Weg zu einer Probe von einem ‚ganz spannenden Kinderstück‘. Vorhang auf!

Info:
Theater Kopfüber
Schalkhäuser Str. 100, 91522 Ansbach
Tel 0981/22 040 41
mail: info@theater-kopfueber.de
www.theater-kopfueber.de